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Studie: Mobilfunkstrahlung im Praxistest nur gering

Eine vom Informationszentrum Mobilfunk in Auftrag gegebene Auswertung von 1.900 Messpunkten in Bayern ergab flächendeckend Messwerte weit unter den gesetzlichen Grenzwerten.

05.07.2009, 08:01 Uhr
Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Für viele ist ein Leben ohne Handy wohl nur noch schwer vorstellbar. Überall sind eifrig telefonierende Mobilfunknutzer anzutreffen. Dennoch werden immer wieder auch Diskussionen über die möglichen Gefahren durch die Mobilfunkstrahlung geführt. Das Informationszentrum Mobilfunk e.V. (IZMF), ein von den Mobilfunknetzbetreibern getragener Verein, versucht zu beruhigen. Im Herbst vergangenen Jahres war die Mobilfunkstrahlung per Praxistest in Sachsen-Anhalt gemessen worden. Ergebnis der Studie: Die Strahlungswerte unterschritten an sämtlichen 70 Messpunkten in den 15 beteiligten Kommunen die in Deutschland gültigen Grenzwerte erheblich.
Grenzwerte werden unterschritten
In einer neueren, noch weiter gesteckten Untersuchung, ließ das IZMF im Rahmen der Initiative "Wissenschaf(f)t Vertrauen" beim Institut für Mobil und Satellitenfunktechnik (IMST) insgesamt 1.900 Messpunkte in ganz Bayern auswerten. Diese Studie kam zum gleichen Ergebnis. Die Mobilfunkfelder in Bayern liegen laut IZMF weit unter den geltenden Grenzwerten. Die Messdaten wurden in über 350 bayerischen Kommunen im Rahmen des Projektes zur "Förderung der Erfassung elektromagnetischer Felder (FEE)" erhoben.
Keine Strahlungsgefahr für Schulen oder Kindergärten
An besonders sensiblen Orten wie Schulen und Kindergärten ließ sich nur ein geringer Immissionswert ermitteln. Selbst bei den 1.173 Messpunkten mit direkter Sicht auf eine Mobilfunksendeanlage war teils nur eine geringe Strahlung anzutreffen. Im Landkreis Würzburg erreichte die Mehrzahl der 93 Messpunkte nur wenige Tausendstel der gesetzlichen Grenzwerte. Im Alltag würden die ohnehin schon niedrigen dokumentierten Messwerte aber praktisch nicht erreicht. Denn als Sicherheitsfaktoren addierte das IZMF zu den gemessenen Werten zusätzlich noch alle bei der Bundesnetzagentur beantragten Mobilfunkkanäle in Vollauslastung. Um auch mögliche Messunsicherheiten zu berücksichtigen, wurde noch ein Betrag von drei Dezibel auf die gemessenen Werte aufgeschlagen.
Das IZMF tourt im Juli mit den Ergebnissen der Studie durch elf bayerische Städte, um die Öffentlichkeit zu informieren. "Bürgerinnen und Bürger können sich an einem Infostand rund um das Thema Mobilfunk informieren und vor Ort auch die Messergebnisse und ihre Bewertungen aus gesundheitlicher Sicht diskutieren", so IZMF-Geschäftsführerin Dagmar Wiebusch.

(Jörg Schamberg)

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