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Studie: Festnetzanbieter chancenlos

Immer mehr Menschen telefonieren in Westeuropa mit dem Handy und verzichten im Gegenzug darauf, Gespräche mit dem Festnetztelefon zu tätigen.

11.02.2007, 15:16 Uhr
Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Immer mehr Menschen telefonieren in Westeuropa mit dem Handy und verzichten im Gegenzug darauf Gespräche mit dem Festnetztelefon zu tätigen – obwohl das Telefonieren über das Festnetz zum Teil preiswerter möglich wäre. Das ist die Kernbotschaft eines Berichts vom Beratungsunternehmen Analysys.
Preise fallen in den Keller
"Immer häufiger entscheiden sich Benutzer für die praktischen und persönlichen Mobiltelefone, selbst wenn ein billigeres Festnetz verfügbar ist" sagt Alastair Brydon, Mitverfasser des Berichts. "Trotz der fallenden Festnetz- und Mobilpreise bleiben die Gesamtausgaben für Sprachdienste auch weiterhin recht stabil, da sich die Mobiltelefonnutzer häufig für die teureren Mobiltelefongespräche, anstelle von Gesprächen über das Festnetz entscheiden." Möglicherweise schon Ende 2008 werden nach der Studie über die Hälfte aller in Westeuropa getätigten Anrufe von Handys aus durchgeführt. In Österreich, Finnland und Portugal überschreite die Verwendung von Mobilgeräten dieses Niveau bereits bei weitem. Die Studie hat aber auch überraschende Zahlen zu bieten: Der Prozentsatz an Haushalten, die nur über Mobiltelefone verfügen, ist in Finnland fünf Mal höher als in Schweden. Anfang 2006 lag in Westeuropa das Verhältnis der Sprachminuten, die von Mobilnetzwerken stammten, insgesamt zwischen 18 und 70 Prozent.
"Sobald die Mobilpreise erschwinglich werden, können die Festnetzbetreiber nur wenig tun, um eine Migration zum Mobiltelefon zu verhindern. Allerdings haben einige Mobilbetreiber ihrem Umsatz durch zu starke Preissenkungen geschadet", erläutert Mitverfasser Dr. Mark Heath.
Preisrutsch in Deutschland
Auch in Deutschland sind die Preise für das mobile Telefonieren in den letzten Monaten deutlich gefallen. Dazu haben nicht nur die Mobilfunk-Discounter beigetragen, sondern jüngst auch der Mobilfunk-Netzbetreiber E-Plus. Mit der so genannten Zehnsation sind Gespräche in alle deutschen Netze für 10 Cent pro Minute möglich. Der neue E-Plus-Chef Thorsten Dirks hatte bei der Vorstellung angekündigt, in erster Linie Gesprächsminuten aus dem Festnetz abziehen zu wollen.

(Hayo Lücke)

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