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Studie: Facebook verdrängt Konkurrenz

Der Markt der Sozialen Netzwerke lichtet sich laut einer Studie von PricewaterhouseCoopers. Während Facebook bei privaten Nutzern dominiert, ist XING Marktführer für Business-Kontakte. YouTube ist mit Abstand das führende Videoportal in Deutschland. SMS und E-Mail werden seltener genutzt.

29.02.2012, 15:16 Uhr
Facebook © Facebook

Die Luft wird dünn für andere Soziale Netzwerke: Das weltweit größte Online-Netzwerk Facebook verdrängt in Deutschland nicht nur immer mehr andere Konkurrenz-Plattformen. Auch die klassische Kommunikation per SMS, Telefonie und E-Mail spürt bereits Auswirkungen der Facebook-Dominanz. Das geht aus einer Social Media Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hervor, für die in Deutschland 1.000 regelmäßige Nutzer sozialer Netzwerke und Online-Plattformen befragt wurden.

Marktführer Facebook, Xing und YouTube

Mächtige Konkurrenz bekommt auch der US-Internetkonzern Google. Die PwC-Studie ergab, dass zwei von drei Befragten die Startseite ihres bevorzugten Sozialen Netzwerks häufiger als die Google-Homepage aufrufen. Google hatte im vergangenen Jahr mit Google+ selbst ein eigenes Online-Netzwerk gestartet. Facebook ist allem bei den privaten Nutzern führend, 80 Prozent der Befragten verfügen über einen aktiven Facebook-Account. Die Bedeutung von StudiVZ ist drastisch gesunken. Nutzten 2008 noch 31 Prozent das VZ-Netzwerk, waren es im vergangenen Jahr nur noch 13 Prozent.

Das deutsche Business-Netzwerk Xing mit 15,4 Prozent registrierter Nutzer führt hierzulande den Markt für professionelle Kontakte an. Bei dem US-Pendant Linkedin haben sich dagegen nur 2,2 Prozent der befragten Nutzer registriert. Die Videoplattform YouTube konnte den Anteil der registrierten Nutzer im vergangenen Jahr auf 37 Prozent steigern, 10 Prozent mehr als 2008. Die deutsche Konkurrenz MyVideo schrumpfte im gleichen Zeitraum von 13 auf 5 Prozent.

Soziale Netzwerke als "Stellwerk" für den Internet-Traffic

Die Bedeutung der Sozialen Netzwerke wächst vor allem, weil sie laut PwC inzwischen als "Stellwerk" für den Internet-Traffic gelten. 35 Prozent rufen von ihrem Netzwerk aus andere Webseiten auf. Facebook trägt inzwischen mit einem Anteil von bis zu 15 Prozent direkt oder indirekt zum Traffic von Zeitungswebseiten bei. Facebook ist auch das am häufigsten genutzte Netzwerk, vier von fünf "Freunden" loggen sich täglich bei Facebook ein und checken die neuesten Statusmeldungen. Dabei ist das US-Netzwerk nicht nur bei Jüngeren beliebt. Auch 80 Prozent der Befragten über 55 Jahre sind bei Facebook aktiv. Von solchen Werten können die deutschen Netzwerke Stayfriends oder Wer-kennt-wen nur träumen: Sie erreichen bei der älteren Generation nur 30 bzw. 40 Prozent aktive Nutzer.

Wer ein Soziales Netzwerk nutzt, versendet weniger SMS. Jeder zweite Befragte gab dies in der PwC-Studie an. Auch die Nutzung von Instant Messengern, E-Mail und Telefon lässt nach. Während ICQ bei 44 Prozent der Mitglieder von Facebook & Co. seltener zum Einsatz kommt, ersetzen die Netzwerke bei 41 Prozent der Befragten auch teilweise die E-Mail und bei 39 Prozent Telefongespräche. Der Smartphone-Boom mit entsprechenden Apps für soziale Netzwerke hat diese Entwicklung gefördert. Facebook und andere Netzwerke lassen sich darüber komfortabel mobil nutzen. Mit 55 Prozent der Studienteilnehmer nutzt mehr als jeder zweite in der Altersklasse der 16- bis 24-Jährigen sein Netzwerk auch unterwegs. Für jeden dritten Nutzer ist die mobile Nutzung der Netzwerke sogar ein wichtiges Kriterium beim Kauf eines Smartphones.

"Wir erwarten, dass sich das Kommunikationsverhalten durch Soziale Netzwerke und neue Applikationen wie 'Whats App', kontinuierlich verändern und dadurch in zunehmendem Maße die Geschäftsmodelle der klassischen Telekommunikationsanbieter kannibalisieren wird. Auch die Nachfrage nach Smartphones wird dadurch weiterhin ansteigen", erläutert Arno Wilfert, Telekommunikationsexperte und Partner bei PwC.

(Jörg Schamberg)

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