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Studie: Deutsche eher geizig bei mobilem Internet

Die Deutschen zeigen sich laut einer Studie der Unternehmensberater von Deloitte zurückhaltend bei der Zahlungsbereitschaft für mobiles Breitband-Internet. Auch Werbung auf dem Handy wird hierzulande kaum akzeptiert.

18.02.2011, 08:01 Uhr
Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Auf der Mobilfunkmesse Mobile World Congress in Barcelona haben die Mobiltelefon-Hersteller zahlreiche neue Handys und Smartphones präsentiert. Zum Standard der Geräte gehört inzwischen ein leichter Zugriff auf mobiles Internet und soziale Netzwerke. Doch sind Verbraucher auch bereit für die vielfältigen mobilen Dienste mehr Geld auszugeben? Die aktuelle Studie "Addicted to mobile: perspectives on the global mobile consumer, 2011" der Unternehmensberater von Deloitte analysiert das internationale Nutzungsverhalten von Mobilfunkkunden. Befragt wurden 30.454 Personen aus 15 Nationen, über 2.000 davon aus Deutschland.

41 Euro als Obergrenze für 100 Mbit/s

Die Deutschen zeigen im internationalen Vergleich eine eher zurückhaltende Bereitschaft für schnelle mobile Breitband-Verbindungen auch entsprechende Beträge zu zahlen. Die Schmerzgrenze für eine Highspeed-Verbindung mit 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) sieht ein durchschnittlicher Kunde bei 41 Euro, nur Norweger und Japaner wollen dafür noch weniger zahlen. An die Spitze setzen sich dagegen die Franzosen, die immerhin monatlich bis zu 45 Euro für eine solche Verbindung zahlen würden.

Auf soziale Netzwerke wie Facebook greifen bereits 41 Prozent der Deutschen auch mobil zu, in Großbritannien rufen sogar 61 Prozent der Briten die Seiten der sozialen Netzwerke von unterwegs auf. An Apps, den kleinen mobilen Anwendungen für Smartphones, haben die Deutschen Gefallen gefunden: Mindestens einmal pro Woche laden sich 35 Prozent eine neue App herunter, in Frankreich sind es sogar 40 Prozent der Mobilfunknutzer. "Social Networking sowie die Verwendung von Apps haben sich bei den deutschen Mobilfunkkunden etabliert und werden nicht mehr nur von einer kleinen technikbegeisterten Gruppe junger Nutzer angenommen", erläutert Andreas Gentner, Partner und EMEA Leiter TMT bei Deloitte.

Nur wenige Deutsche akzeptieren mobile Werbung

Mobile Werbung auf dem Handy leidet hierzulande weiterhin an Akzeptanzproblemen. 70 Prozent der Deutschen sehen laut der Deloitte-Studie keinen Grund, eine solche Werbungsform zu akzeptieren. Lediglich 15 Prozent der befragten Deutschen empfangen regelmäßig Werbebotschaften auf ihrem Mobiltelefon – damit belegt Deutschland in diesem Bereich den letzten Platz. Andere Nationen sperren sich weniger gegen SMS-Werbung auf dem Handy. Bereits 43 Prozent der Franzosen sowie 32 Prozent der Mobilfunkkunden in Großbritannien nutzen mobile Werbung.

Wenig Begeisterungsfähigkeit zeigen die befragten Deutschen zudem bei der Vernetzung von Unterhaltungselektronik. Für eine solche Anbindung von Geräten sind nur 25 Prozent bereit einen entsprechenden Aufpreis zu bezahlen. Allerdings gibt es eine Ausnahme: Bereits 29 Prozent der Verbraucher achten bei der Anschaffung eines neuen Fernsehgerätes darauf, ob das TV über eine Online-Anbindung verfügt. "Die deutschen Konsumenten passen ihr Nutzungsverhalten den neuen Technologien an, sind dabei aber kritischer und selektiver als die anderen Europäer", fasst Gentner das Ergebnis der Deloitte-Studie zusammen.

(Jörg Schamberg)

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