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Studie: 26 Prozent der Webnutzer mögen Online-TV

Ein Viertel der deutschen Internetnutzer schaut Filme, Serien und TV bereits online oder hört Webradio. Im europäischen Vergleich ist dies jedoch unterdurchschnittlich. Grund: Fehlende Angebote.

16.03.2010, 08:13 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Die vormals unterschiedlichen Medien TV, Radio und Tageszeitung verschmelzen zusehens mit dem Internet. Bereits jeder vierte Webnutzer in Deutschland schaut Filme, Serien und Fernsehen online oder hört seinen Lieblingsradiosender per Stream übers Netz. Rund 80 Prozent der Internetnutzer lesen zudem Nachrichten im Web oder informieren sich online, so eine aktuelle Studie des europäischen Online-Marketingverbandes Interactive Advertising Bureau Europe (IAB Europe) mit 32.000 Internetnutzern aus 16 europäischen Ländern. Die deutsche Vertretung der Vereinigung ist der Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft e. V. (BVDW).

Bewegtbilder auf dem Vormarsch

"Die Nutzung des Webs als Unterhaltungsmedium nimmt immer stärker zu. Aus diesem Grund verlängern viele TV-Sender ihr Angebot ins Web und geben den Internetnutzern so die Möglichkeit, gezielt Filme und Serien zu schauen", so OVK-Vorsitzender Paul Mudter. Selbst auf klassischen Nachrichten- und Informationsportalen nehme der Bewegtbildanteil deutlich zu. Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern sind diese Zahlen allerdings nur unterdurchschnittlich. Während hierzulande 26 Prozent der Webnutzer angaben, Filme, Serien oder TV-Programme online zu schauen, waren es im Gesamtdurchschnitt 33 Prozent. Online-Radios stehen in Deutschland bei immerhin 24 Prozent der Besitzer eines Internetanschlusses hoch im Kurs, während europaweit 30 Prozent über das Netz Radio oder Musik hören.


Fehlende Webangebote für vorhandenes Potenzial

Besonders deutlich sind die Unterschiede zu den europäischen Nachbarn zudem im Bereich der sogenannten Vodcasts – die Video-Version der audiobasierten Podcasts. Gerade einmal neun Prozent der deutschen Internetnutzer schauen Vodcasts; im EU-Ausland sind es mit 17 Prozent nahezu doppelt so viele. Podcasts laufen in Deutschland bei 14 Prozent der Onliner. Im europäischen Durchschnitt haben 20 Prozent das Offline-Radio abonniert. Die Ursachen für das unterschiedliche deutsche Nutzungsverhalten sieht der OVK vor allem in fehlenden Webangeboten, die das vorhandene Potenzial voll ausschöpfen.

Im Bereich des Online-Marketings erwartet der Verband weitere Wachstumsschübe. "Gerade aufmerksamkeitsstarke Werbeflächen und Bewegtbild-Werbung im Internet vereinen die Möglichkeit gleichzeitig zu Informieren und kreativ zu unterhalten. Das Wachstum von Video-Ads wird daher auch 2010 weiter zulegen", sagte der stellvertretende OVK-Vorsitzender Arne Wolter. In der Umfrage gaben dabei rund 60 Prozent der deutschen Internetnutzer an, im Bereich der Online-Werbung seien interessante Informationen für sie das wichtigste Kriterium. Über 50 Prozent legten besonderen Wert auf eine kreative Gestaltung und 40 Prozent nannten einen hohen Unterhaltungswert als Maßstab für Attraktivität.

(Christian Wolf)

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