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Studie: 2020 setzt sich mobiles Bezahlen gegen die EC-Karte durch

Zahlungen per Mobiltelefon sind hier und da schon möglich, von einem breiten Einsatz ist der Markt jedoch noch weit entfernt. Bis 2020 kann sich das geändert haben, stimmten befragte Banken-Manager in einer Studie überein.

13.01.2013, 08:01 Uhr
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Schon seit Jahren beschäftigen sich Zahlungsanbieter und Mobilfunker mit dem Bezahlen per Mobiltelefon. Doch was in anderen Ländern bereits Normalität geworden ist, setzt sich in Deutschland nur langsam beziehungsweise in verschiedene Dienste zerstückelt und in Teilbereichen durch. Im Jahr 2020 soll es aber soweit sein, dass die Kunden ihr Handy anstelle der EC-Karte zücken, um Rechnungsbeträge zu begleichen. Zu diesem Ergebnis kommt die von der Lünendonk GmbH zusammen mit Steria Mummert Consulting durchgeführte Studie "Zukunft der Banken 2020".

Banken-Manager halten mobiles Zahlen für wahrscheinlich

Wer sein eigenes Zahlungsverhalten betrachtet, wird sich wahrscheinlich nicht wundern, dass der Trendstudie zufolge bei der bargeldlosen Zahlungsabwicklung die EC-Karte derzeit an erster Stelle steht. Werden auch Barzahlungen mitgezählt, liegt sie auf dem zweiten Platz. Auf den Umsatz bezogen werden laut Bundesbank 28,3 Prozent der Zahlungen per EC-Karte getätigt, über Kreditkarten sind es 7,4 Prozent.

Inwieweit sich diese Verteilung nun bis 2020 ändern soll, hat die Studie anhand von Manager-Befragungen untersucht. Insgesamt seien zwischen Mai und August des vergangenen Jahres 116 Manager von Privatbanken interviewt worden, die dem Beratungsunternehmen Steria Mummert Consulting zufolge mehr als 40 Prozent der Gesamtbilanzsumme des deutschen Bankensektors repräsentieren. 50,9 Prozent der befragten Manager hätten die Entwicklung weg von der EC-Zahlung und hin zum Bezahlen per Smartphone oder Tablet PC für "sehr wahrscheinlich" gehalten. 36,6 Prozent hätten den Trend zum mobilen Bezahlen immerhin noch als "wahrscheinlich" betrachtet, lediglich 1,8 Prozent erwarteten keinen derartigen Umbruch.

Einheitliche Technik und viele Akzeptanzstellen als entscheidende Faktoren

"Die Banken dürfen das Thema Mobile Payment nicht vernachlässigen. Sie müssen sich schon jetzt technisch und organisatorisch vorbereiten, sonst geraten sie anderen Anbietern gegenüber ins Hintertreffen", kommentiert Klaus Schilling, Bankenexperte der Steria Mummert Consulting, das Ergebnis. Die Konkurrenz werde dabei nicht nur innerhalb der Bankenbranche, sondern auch unter Anbietern wie PayPal zu finden sein.

Wichtig für eine breite Durchsetzung mobiler Zahlungsmethoden sind laut Schilling die Einigung auf einen technischen Standard und eine hohe Akzeptanz seitens der Händler. Genau das spiegelt das derzeitige Problem wider: Zu viele verschiedene Ansätze hemmen die Verbreitung. So muss beispielsweise für den Ticketkauf am eigenen Wohnort eine andere App genutzt werden als für den Fahrschein im nächsten Verkehrsverbund. Zwar kommt mittlerweile auch NFC verstärkt zum Einsatz, wie beim Bezahlsystem mpass, doch auch diese Systeme unterscheiden sich und die Zahl der entsprechend ausgestatteten Shops ist noch klein. Darüber hinaus müssen sich NFC-fähige Geräte erst weiter verbreiten.

(Saskia Brintrup)

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