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Studie: 2.851 Webradio-Stationen in Deutschland

Die Anzahl der Webradios ist seit dem Höchststand im Jahr 2011 leicht rückläufig. Allerdings hat sich die Zahl der Zugriffe laut dem "BLM Webradiomonitor 2013" erhöht.

14.07.2013, 08:01 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

In Deutschland gibt es derzeit 2.851 Webradios. Diese Zahl hat die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) für den "BLM Webradiomonitor 2013" ermittelt, der am Mittwoch auf den Lokalrundfunktagen in Nürnberg vorgestellt wurde. Die Anzahl der Webradios ist seit dem Höchststand im Jahr 2011 leicht rückläufig.

Mehr Zugriffe per Smartphone und Tablet

Allerdings hat sich die Zahl der Zugriffe erhöht. Dies trifft vor allem auch für den Zugriff per mobilem Gerät zu. Knapp die Hälfte aller Webradios bietet mittlerweile eine mobile App oder eine mobile Website an. Vorreiter dabei sind mit 81 Prozent die UKW/DAB-Radioanbieter. Jeder vierte Abruf erfolgt über ein Smartphone oder Tablet, im Jahr zuvor war es nur jeder sechste.

Rund 550 neue Angebote zählt der Webradiomonitor 2013 im Vergleich zum letzten Jahr. Mehr als 700 Webradios wurden in der gleichen Zeit eingestellt, zu 97 Prozent waren dies reine Online-Anbieter. Der Musikanteil liegt bei diesen Angeboten mit 82 Prozent wesentlich höher als bei Online-Programmen der UKW/DAB-Marken. Dafür bieten diese einen höheren Anteil an Nachrichten und redaktionellen Beiträgen sowie mehr Werbung.

40.000 Abrufe pro Stream und Tag

Inzwischen stellt auch jedes fünfte Webradio Videos auf der eigenen Website bereit, mehr als 80 Prozent davon sind eigenproduziert. Dabei handelt es sich überwiegend um sendebegleitende Inhalte wie kulturelle Beiträge, Interviews oder Nachrichten. Die Angebote der UKW/DAB-Sender erzeugten 2013 durchschnittlich rund 40.000 Abrufe pro Stream und Tag. Damit haben sie die höchsten Abrufzahlen. UKW-Simulcast- und Online-Only-Sender befinden sich mit rund 22.000 täglichen Abrufen auf gleichem Niveau.

Der Netto-Werbemarkt für Webradios wuchs 2012 von 14,1 auf 16,3 Millionen Euro. Darin enthalten sind sämtliche im Umfeld von Webradio generierten Werbeumsätze wie Display-Werbung, Audiospots, Sponsoring und Videos. Derzeit finanzieren sich 43 Prozent der Webradios mindestens zum Teil über Werbung. 82 Prozent sind mit der Werbeauslastung allerdings noch immer nicht zufrieden.

Auch mehr Musik-on-Demand-Streaming-Dienste

Auch die Zahl der Musik-on-Demand-Streaming-Angebote nimmt in Deutschland zu. 2013 gab es insgesamt 69 Audio-Dienste. 18 davon finanzieren sich über Werbung, 20 über Abonnements und 42 über den Direktverkauf der Lieder und Alben.

Goldmedia hat für die Studie im Auftrag der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien alle deutschen Webradio-Anbieter im Zeitraum von Mai bis Juni 2013 befragt. Erfasst wurden alle Webradios, die ausschließlich im Internet zu empfangen sind, Live-Streams der UKW-Radio-Sender (UKW-Simulcasting), die Online-Submarken der UKW/DAB-Sendermarken sowie die wachsende Gruppe personalisierter Musik-on-Demand-Streaming-Dienste.

(Peter Giesecke)

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