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Streitfall StreetView: Google lenkt ein

Weil "StreetView" offenbar auf der Kippe stand, rudert Google nun zurück. Die Rohdaten werden auf Wunsch unkenntlich gemacht - dem Datenschutz zuliebe.

17.06.2009, 16:05 Uhr (Quelle: DPA)
Google© Google

Der Streit um mangelnden Datenschutz bei dem neuen Google-Online-Dienst "Street View" in Deutschland ist beigelegt. Der kalifornische Internet-Konzern habe die an ihn gestellten Forderungen akzeptiert, teilte der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar am Mittwoch mit.
Google macht "Rohdaten unkenntlich"
"Google hat rechtzeitig die Gelegenheit genutzt und ist auf unseren Kompromissvorschlag in allen Punkten eingegangen", sagte Caspar. Damit wird die Vorgehensweise beim Filmen von Straßenzügen für "Street View" in wichtigen Punkten verändert.
Google werde künftig bei allen Aufnahmen von Personen, Grundstücken oder Autos, gegen die Widerspruch eingelegt wird, in einer bestimmten Frist auch die Rohdaten unkenntlich machen, heißt es in der Mitteilung. Die Datenschützer hätten zudem durchgesetzt, dass Betroffene auch schon vor der Veröffentlichung der Bilder Widerspruch einlegen können.
Man habe sich auf eine Frist von rund zwei Monaten geeinigt, innerhalb der Google bei rechtzeitigem Widerspruch reagieren werde, erläuterte Referatsleiterin Helga Naujok. Geht das Veto nach der Veröffentlichung ein, erfolge die Löschung oder Unkenntlichmachung sofort.
Mit "Rohdaten" sind die Originalaufnahmen der Kameras gemeint. In der Web-Ansicht werden Gesichter und Kfz-Schilder ohnehin mit Hilfe einer Software automatisch unkenntlich gemacht. Ende vergangener Woche war Google bereits den Forderungen europäischer Datenschützer entgegengekommen: Das Unternehmen will künftig in Europa öffentlich die Routen der Kamera-Autos ankündigen, bevor sie in einer Gegend ihren Einsatz beginnen.
Privatsphäre in Gefahr?
Zuvor hatte es zahlreiche Proteste von Einzelpersonen, Städten und Gemeinden gegeben, die sich gegen die Ablichtung ganzer Straßenzüge zur Wehr setzten. Politiker hatten die Sicherheit besonders zu schützender Personen bedroht gesehen und forderten ein Verbot der Kamerafahrten.
Für "Street View" schickt der Suchmaschinen-Spezialist seit einiger Zeit mit 360-Grad-Kameras ausgestattete Autos durch die Lande. Für deutsche Städte ist der Dienst noch nicht verfügbar, er lässt sich aber bereits in Städten wie San Francisco und New York nutzen.
Mit den aufgenommenen Bildern will Google seinen Karten- Dienst "Maps" erweitern, so dass der Nutzer am Computer-Bildschirm realitätsnahe "Kamerafahrten" durch die Straßen einer Stadt unternehmen kann.
Nackedei-Bilder schüren die Angst
Allerdings kursieren seit geraumer Zeit auch zahlreiche Bilder im Internet, die vermeintlich aus Googles "Street View" stammen und die Furcht vor "Spionage" schüren: Halbnackte Leute beim Sonnenbaden im Park, ein Mann mit heruntergelassener Hose zwischen parkenden Autos und auch ein Einbrecher "bei der Arbeit" ist dabei.
Bislang hatten sich Datenschützer mit Google nicht darauf einigen können, dass die aufgenommenen Rohdaten gelöscht werden. Google hatte argumentiert, diese Aufnahmen zu brauchen, um die Software zur Unkenntlichmachung etwa von Gesichtern noch verbessern zu können.
"Der Filter ist teilweise noch zu hart eingestellt", sagte Google-Deutschland-Sprecher Kay Oberbeck. So wurden auch schon mal Schaufensterpuppen oder - ein immer wieder beliebtes Beispiel - bei einer Kutsche im New Yorker Central Park das "Gesicht" des Pferdes verwischt.

(Dorothee Monreal)

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