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Streit um Kinderschutzfilter in Großbritannien

In Großbritannien tobt der Streit, ob Internetprovider den Kinderschutzfilter per Voreinstellung aktivieren oder ob sie die Nutzer zu einer aktiven Wahl zwingen sollen.

17.07.2013, 13:46 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

In Großbritannien tobt der Streit, ob Internetprovider den Kinderschutzfilter per Voreinstellung aktivieren oder ob sie die Nutzer zu einer aktiven Wahl zwingen sollen. Die Regierung hat nun versucht, mit einem Brief die vier größten Internetprovider auf ihre Linie zu bringen. Diese wehren sich jedoch dagegen. Aus einem Haus wurde der Brief an die "BBC" weitergeleitet, die diesen nun veröffentlicht hat.

Keine Lösung für das Problem

Bislang stellen die Provider ihre Kunden vor die Wahl, ob sie einen Kinderschutzfilter aktivieren oder nicht. Die Regierung möchte jedoch, dass der Filter bereits aktiv geschaltet ist und die Provider dies mit den Worten "default-on" auch klar kommunizieren. Bislang wird von "active choice" gesprochen. In dem Schreiben wird jedoch auch betont, dass es nicht notwendig sei, eine neue Technik einzurichten.

Nicht namentlich genannte Mitarbeiter der Internetprovider kritisieren gegenüber der "BBC", dass die Kunden auf diese Weise in eine falsche Richtung gelenkt werden würden. Es könne sogar konkreter Schaden entstehen. Auch könnte die neue Regelung illegal sein. Zudem wird angemerkt, dass der Kinderschutz im Internet nicht durch die zwangweise Aktivierung eines Filters gelöst werden würde. Filter funktionierten nie perfekt, zudem seien Kinder klug genug, um diese zu umgehen.

In falscher Sicherheit wiegen

Auch die Eltern würden eine falsche Vorstellung von Sicherheit erhalten, wenn man ihnen sagte, dass der Filter bereits aktiv sei. Dagegen würden sie eine bewusste Entscheidung treffen, wenn ihnen die Wahl gegeben und sie dabei informiert werden würden.

In dem Schreiben an die Provider bittet das Minsterium auch um die Finanzierung und Unterstützung einer Kampagne, die die Eltern über Kinderschutz im Internet aufklären soll. Die Provider scheinen aber keinen Einfluss auf den Inhalt zu erhalten.

(Peter Giesecke)

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