News

Streik bei Amazon - Nächste Woche bleiben wohl viele Pakete liegen

Im Logistikzentrum Leipzig des Online-Händlers Amazon stimmten 97 Prozent der beteiligten Verdi-Mitglieder für einen Streik mit dem Ziel der Aufnahme von Tarifverhandlungen.

05.04.2013, 09:57 Uhr
Amazon© Amazon

Im Logistikzentrum Leipzig des Online-Händlers Amazon haben sich am Donnerstag (4. April) laut "Leipziger Volkszeitung" 92 Prozent der Verdi-Mitglieder an einer Urabstimmung beteiligt. 97 Prozent von ihnen stimmten für einen Streik mit dem Ziel der Aufnahme von Tarifverhandlungen. Per Tarifvertrag möchte die Gewerkschaft dann eine Lohnuntergrenze von 10,66 Euro pro Arbeitsstunde festschreiben.

Erster Warnstreik am Dienstag

Termin und Umfang des Streiks stehen noch nicht fest. In Leizpig arbeiten 1.200 Festangestellte sowie 800 Beschäftigte mit Zeitverträgen. Bundesweit arbeiten für Amazon 9.000 Personen an sieben Standorten. An den beiden Standorten in Bad Hersfeld ist laut "Süddeutsche Zeitung" bereits am Dienstag ein Warnstreik geplant.

Verdi fordert dort die Einhaltung eines bestehenden Tarifvertrags für den Versandhandel. Demnach stehen Lagerarbeitern 12,18 Euro pro Stunde zu, Hilfsarbeitern 11,69 Euro. An beiden Standorten fordert Verdi zudem ein tarifliches Urlaubs- und Weihnachtsgeld für die Mitarbeiter.

Reaktion auf den Skandal im Februar

Brisanz erhält das Ergebnis der Urabstimmung auch durch die Vorgeschichte. Im Februar hatte eine TV-Dokumentation einen schlechten Umgang mit Leiharbeitern in Amazons Logistikzentren aufgedeckt. Ein privater Sicherheitsdienst soll zumeist ausländische Mitarbeiter schikaniert haben. Auch die niedrigen Löhne standen in der Kritik. Amazon beendete darauf die Zusammenarbeit mit diesem Subunternehmer und forderte die Mitarbeiter auf, mehr Betriebsräte zu gründen.

(Peter Giesecke)

Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang