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Streik bei Amazon ausgeweitet: Versand von Weihnachtspaketen in Gefahr?

Die Gewerkschaft Verdi hat den Streik bei Amazon auf nun sechs von neun Amazon-Versandlagern in Deutschland ausgeweitet. Verdi ist die Durchsetzung von Arbeitnehmerrechten laut "Bild" wichtiger als die pünktliche Lieferung von Paketen zum Weihnachtsfest.

16.12.2014, 13:46 Uhr (Quelle: DPA)
Amazon© Amazon

Die Gewerkschaft Verdi hat den Streik bei Amazon auf ein sechstes Versandlager ausgeweitet. Mitarbeiter des Logistik-Zentrums in Koblenz (Rheinland-Pfalz) legten am Dienstagmorgen mit Beginn der Frühschicht um 5.00 Uhr die Arbeit nieder. Nach Angaben von Verdi-Sprecher Jürgen Dehnert versammelten sich etwa 100 Beschäftigte vor den Werkstoren. Damit wird erstmals an sechs der neun deutschen Amazon-Standorte gleichzeitig gestreikt.

Verdi: "Wenn jemand das Weihnachtsfest verdirbt, dann Amazon"

Bereits am Montag hatten Beschäftigte in Bad Hersfeld (Hessen), Leipzig (Sachsen), Graben (Bayern), Rheinberg und Werne (beide NRW) die Arbeit niedergelegt. Der Streik soll bis Mittwoch dauern. Nach Gewerkschaftsangaben beteiligten sich am ersten Tag fast 2.300 Beschäftigte, Amazon sprach von rund 2.100 Streikenden. Im Weihnachtsgeschäft arbeiten bei Amazon bundesweit nach Unternehmensangaben rund 10.000 Festangestellte und 10.000 Saisonkräfte.

Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger signalisierte, an den Forderungen festhalten zu wollen. "Was wiegt denn höher: Dass ein Päckchen pünktlich unter dem Weihnachtsbaum liegt - oder dass ein global agierendes Unternehmen auch bei uns die Rechte der Beschäftigten achtet? Die Antwort liegt doch auf der Hand", sagte sie der "Bild"-Zeitung (Dienstag). "Wenn jemand das Weihnachtsfest verdirbt, dann Amazon. Das Unternehmen kann die Streiks beenden, wenn es seine Blockadehaltung aufgibt und einen Tarifvertrag abschließt."

Amazon will Pakete trotz Streiks pünktlich liefern

Verdi will den US-Versandhändler zur Aufnahme von Tarifverhandlungen zu Bedingungen des Einzelhandels bewegen. Amazon lehnt das strikt ab und verweist auf eine Bezahlung am oberen Ende dessen, was in der Logistik-Branche üblich sei. Eine Einigung ist nicht in Sicht - Verdi ruft schon seit 2013 immer wieder zu Ausständen auf.

Auch zu den Auswirkungen der Streiks gehen die Einschätzungen auseinander. Während Verdi von Beeinträchtigungen und Lieferverzögerungen spricht, betont Amazon, dass die Pakete pünktlich zu den Kunden kommen.

(Jörg Schamberg)

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