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Strahlenbelastung: Bundesregierung warnt vor WLAN

Die Bundesregierung empfiehlt, weitestgehend auf die Nutzung von Wireless LAN zu verzichten. Am Arbeitsplatz sowie zu Hause sollte die Verbindung per Kabel bevorzugt werden.

DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com
Die Bundesregierung hat von der Nutzung von Drahtlos-Netzwerken per WLAN abgeraten. Stattdessen sollen die Nutzer auf herkömmliche Kabelverbindungen zurückgreifen. Dies antwortete (PDF) die Regierung auf eine Anfrage (PDF) von Bündnis90/Die Grünen.

Kabel statt WLAN

Bündnis90/Die Grünen hatten der Bundesregierung eine Anfrage zur Strahlenbelastung durch drahtlose Internet-Netzwerke gestellt. Die Regierung hat sich nun in ihrer Antwort klar gegen die Nutzung der praktischen WLAN-Netzwerke ausgesprochen. Wenn auf den Einsatz von funkgestützten Lösungen verzichtet werden kann, sollten die Nutzer zur herkömmlichen Kabelverbindung greifen. Damit könne die persönliche Strahlenbelastung durch hochfrequente elektromagnetische Felder so gering wie möglich gehalten werden, äußert sich die Regierung.

Geringes Risiko bei Hotspots

Von WLAN-Hotspots gehe für die Bevölkerung derzeit jedoch nur eine geringe zusätzliche Strahlenbelastung aus. Stärker im Fokus stehen die beruflich und im privaten Umfeld eingesetzten WLAN-Netzwerke: Wenn ein entsprechender Abstand zur Schnittstelle oder zum Endgerät unterschritten werde, könnten nach Angaben der Bundesregierung die Belastungen durch andere Funkdienste durchaus dominieren. Wie groß der Abstand mindestens sein sollte, teilte die Regierung leider nicht mit.

Belastungswerte liegen im Rahmen

Der Veröffentlichung zufolge gab es Ende vergangenen Jahres rund 9.000 öffentliche WLAN-Hotspots. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Anzahl um 1.000 Plätze angestiegen. Forscher seien zu dem Ergebnis bekommen, dass die Strahlenbelastungswerte, die in der Umgebung der Hotspots ermittelt wurden, unterhalb des EU-Referenzwertes in Höhe von zehn Watt pro Quadratmeter lagen. Wie hoch die Belastung in der Praxis tatsächlich ausfällt, hänge vor allem vom aktuellen Datenverkehrsaufkommen im Netzwerk ab. Üblicherweise lägen diese Werte deutlich unter den Maximalwerten.

Um die Wirkung elektromagnetischer Felder auf den Menschen beurteilen zu können, muss die vom menschlichen Körper absorbierte Energiemenge gemessen werden. Diesen Wert nennt man spezifische Absorptionsrate, kurz SAR. Die Messung erfolgt in Watt pro Kilogramm (W/kg). Für Teile des Körpers, wie zum Beispiel den Kopf, liegt die Höchstgrenze laut Bundesamt für Strahlenschutz (bfs) bei 2,0 W/kg. Laut einer Erhebung des bfs reichen einige Handy-Modelle mit bis zu 1,94 W/kg nahe an diesen Grenzwert heran. Bei WLAN-Empfängern beträgt der Wert lediglich 0,1 W/kg und liegt somit weit unter dem maximal zulässigen Wert.

(Saskia Brintrup)

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