News

"Stopp den Werbeanruf": Verbraucher sollen zahlen

Vor einer neuen Masche bei Werbeanrufen warnen die Verbraucherschützer. Für einen Eintrag in eine Sperrdatei sollen knapp 40 Euro gezahlt werden. Bemerkenswert: Geworben wird mit ungebetenen Anrufen.

12.06.2007, 11:41 Uhr
Welt© Julien Eichinger / Fotolia.com

Alltag irgendwo in Deutschland: Das Telefon klingelt, doch statt des erhofften Gesprächspartners fordert eine unbekannte Stimme am anderen Ende auf, eine Zeitschrift zu abonnieren, Lotterielose zu bestellen oder ein tolles neues Produkt zu testen. Solche Anrufe, Fachleute nennen sie "Cold Calls", nehmen trotz Verbot immer weiter zu. Kaum ein Produkt oder eine Dienstleistung, für die nicht per Telefon geworben wird. Ein selbst ernanntes "Verbraucherschutzunternehmen" macht sich die Not der genervten Angerufenen nun zu Nutze und wirbt für einen kostenpflichtigen Eintrag in eine Sperrdatei.
Kostenpflichtige Sperrdatei
Vor der Aktion "Stopp den Werbeanruf" warnt die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt. Denn der kostenpflichtige Eintrag in die Sperrdatei ist laut Verbraucherzentrale eine neue Masche, die für den Verbraucher teuer werden kann. Die "Verbraucherschutzhilfe" aus Essen verspricht, dass es keine lästigen Werbeanrufe mehr geben wird. Die Ruhe vor den telefonischen Belästigungen hat aber ihren Preis: 39,95 Euro soll der genervte Verbraucher löhnen.
Wer sich für einen Eintrag entscheidet, erhält kurze Zeit später eine Auftragsbestätigung über die telefonisch vereinbarte Entgeltforderung. Vor allem die Art und Weise, über die Kunden für die Sperrdatei gewonnen werden sollen, wird von den Verbraucherschützern kritisiert. Auch die Wirkung eines solchen Eintrags ist fraglich.
Gesetzeslücke "kalte Anrufe"
Telefonmarketing ist ohne ausdrückliche Zustimmung des Angerufenen bereits gesetzlich verboten, trotzdem nimmt die Zahl der unerbetenen Werbeanrufe stetig zu. Gesetzeslücken und fehlende Sanktionen bieten offenbar einen ausreichenden Anreiz. Die Verbraucherzentrale hält wichtige Tipps zum Thema Telefonwerbung bereit. In allen Beratungsstellen und kostenlos im Internet (PDF-Datei) ist das Faltblatt "Kein Abschluss unter dieser Nummer!" erhältlich. Darin werden Verbraucher über alltägliche Abwehrmöglichkeiten für unerbetene Telefonwerbung informiert. Im vergangenen Mai hatte sich die Bundesregierung für Bußgelder zur Bekämpfung von Telefonwerbung ausgesprochen.

(Stefan Hagedorn)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang