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Stiftung Warentest: Zwölf WLAN-Router im Test

Die Stiftung Warentest hat in einem Test zwölf aktuelle WLAN-Router für DSL, VDSL und Kabel-Internet unter die Lupe genommen. Gleich drei Fritz!Box-Router von AVM gingen als Sieger hervor.

24.02.2012, 17:16 Uhr
Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Bequem und kabellos ins Internet: WLAN-Router ermöglichen eine drahtlose Verbindung zwischen PC, Smartphone oder Tablet-PC und dem Internetanschluss. Im Handel finden sich diverse Modelle für Einsteiger und Anspruchsvolle. Die DSL-Provider und Kabelnetzbetreiber stellen ihren Kunden aber auch entsprechende Hardware zur Verfügung - kostenlos oder gegen Gebühr. Die Stiftung Warentest hat zwölf WLAN-Router getestet (Heft "test" 03/12). Dabei zeigten sich teils deutliche Unterschiede hinsichtlich Bedienung, Funktionalität und Sicherheit. Als Sieger standen in den drei Kategorien ADSL, VDSL und Kabelanschluss gleich drei drahtlose Fritz!Boxen des Berliner Router-Herstellers AVM auf dem Treppchen.

WLAN-Router mit integriertem Modem

Zehn WLAN-Router mit integriertem DSL-Modem für den Einsatz an einem DSL-Internetanschluss fanden den Weg ins Testlabor der Stiftung Warentest, drei der Router sind auch für VDSL geeignet. Darüber hinaus nahmen die Tester zwei vom Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland vertriebene WLAN-Router für die Nutzung an einem Kabelanschluss unter die Lupe.

Während DSL-Kunden in der Regel beliebige Router verwenden können, müssen Kabel-Kunden das vom Kabelnetzbetreiber gestellte Kabelmodem nutzen. Kabel Deutschland bietet zwei Lösungen an: Einmal ist ein externes Modem für den Internetanschluss in Kombination mit einem Router zur drahtlosen Vernetzung der heimischen Geräte erhältlich. Für 5 Euro im Monat können Kunden alternativ die komfortable ausgestattete Fritz!Box 6360 Cable von AVM nutzen, die über ein integriertes Kabelmodem verfügt. Diesen Router bieten auch Unitymedia und Kabel BW an. Die DSL-Fritz!Box-Router sowie die Geräte von DrayTek und der Deutschen Telekom lassen sich bei Bedarf als Router an einem externen DSL-Modem anschließen, da sich ihr internes Modem abschalten lässt.

Als wichtigste Bewertungskriterien wurden die Datenübertragung sowie die Handhabung angesehen und jeweils mit 30 Prozent gewichtet. Sicherheit und Stromverbrauch hatten jeweils 15 Prozent Anteil an der Testnote. Die Vielseitigkeit der Geräte schlug mit 10 Prozent zu Buche. Alle Router-Testgeräte wurden im November des vergangenen Jahres gekauft.

Folgende zwölf WLAN-Router hat die Stiftung Warentest getestet:

ADSL-Router

  • AVM Fritz!Box Fon WLAN 7330
  • Vodafone EasyBox 803
  • Belkin SurfN300
  • Sitecom WL-367
  • o2/Alice IAD WLAN 4421
  • D-Link DSL-2741B
  • Netgear DGN3500B

ADSL/VDSL-Router

Kabel-Router

  • Kabel Deutschland / AVM Fritz!Box 6360 Cable
  • Kabel Deutschland / Modem Cisco EPC3212 und Router D-Link DIR-615
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Die Handhabung der Router ist laut den Testern insbesondere bei den Fritz!Box-Routern gelungen. Generell erlauben alle Geräte eine Verwaltung per Internetbrowser, die Benutzeroberfläche von AVM listet die Funktionen aber besonders übersichtlich auf. Eher kompliziert und nur in englischer Sprache ist dagegen das Menü des Vigor2850Vn von DrayTek geraten. Ein eigenes Konfigurationsprogramm, das einige Hersteller per CD mitliefern, ist im Grunde unnötig. Zumal die Programme vielfach nur auf Windows-PC laufen, Nutzer eines Apple-Rechner müssen ihren WLAN-Router dann aktiv manuell sichern.

Funken auf 2,4 und 5 GHz

Die Verschlüsselung der WLAN-Router sollte bereits ab Werk erfolgen, so dass die Nutzer automatisch vor einem Missbrauch ihres Funknetzwerkes geschützt sind. Bei den zwei Routern von D-Link und einem Modell von Netgear sahen die Tester Verbesserungsbedarf. Nur über die mitgelieferte Installations-CD ist ein direkter Zugriff auf die Sicherheitseinstellungen möglich. Ansonsten starten die Router der beiden Hersteller mit einem unverschlüsselten, ungeschützten WLAN.

Alle getesteten Router unterstützten den schnellen WLAN 802.11n-Funkstandard. Immer häufiger finden sich Modelle, die nicht nur auf dem stark beanspruchten 2,4 Gigahertz (GHz) Frequenzband funken, sondern auch im 5 GHz-Band. Nur die VDSL-Router von AVM und der Telekom nutzen beide Frequenzbänder gleichzeitig, während andere Modelle jeweils zwischen den Frequenzen wechseln. Allerdings sollten Nutzer berücksichtigen, dass selbst das aktuelle iPhone 4 S die Nutzung des 5GHz-Bandes nicht unterstützt.

Einsatz als Media- und Drucker-Server

Jeder WLAN-Router kann die Verbindung ins Netzwerk nicht nur per Funk sondern auch klassisch und sicherer per Kabelverbindung über den Ethernet-Anschluss herstellen. Zur Ausstattung der Router zählen zudem häufig USB-Anschlüsse zum Anschluss von externen Festplatten oder USB-Speichersticks. Der Vorteil: Die Inhalte der Speichermedien stehen über den Router allen Nutzern im Heimnetzwerk zur Verfügung. Einige Router fungieren zudem als Drucker-Server im heimischen Netzwerk sowie als Telefonanlage. Einschränkungen fand Stiftung Warentest bei der Telefonie. Der DSL-Router von o2/Alice und die beiden von Kabel Deutschland vertriebenen Geräte lassen jeweils nur die Verwaltung des Telefonanschlusses des Providers zu. Die anderen Router im Test erlauben dagegen die Einrichtung von beliebigen VoIP-Telefonanschlüssen. Auch hier loben die Tester die Router von AVM, die sowohl analoge und ISDN-Festnetzanschlüsse bieten als auch mehrere Internettelefonie-Anschlüsse ermöglichen.

Testergebnis: Nur fünf von zwölf Routern wurden mit gut bewertet

Der beste WLAN-Router im Test war die Fritz!Box Fon WLAN 7390 von AVM, die sowohl ADSL als auch VDSL unterstützt und mit der Note "gut" (1,6) bewertet wurde. Allerdings hat die Hardware aus Berlin auch einen entsprechenden Preis. Bei Online-Händlern ist der vielfältig nutzbare Router aktuell ab 199 Euro erhältlich. Als weiterer AVM-Sprössling siegte die Fritz!Box Fon WLAN 7330 ("gut", 1,7) in der Kategorie der WLAN-Router für den Einsatz am ADSL-Anschluss. Auch der AVM Kabel-Variante Fritz!Box 6360 Cable gaben die Tester die Note "gut" (1,7). Im Testfeld erzielten fünf Router die Note "gut", drei Modelle erhielten ein "befriedigend". Vier Routern bescheinigte Stiftung Warentest dagegen nur ein "ausreichend".

Der komplette Test der WLAN-Router findet sich im aktuellen "test"-Heft (03/12). Alternativ ist der Test auch online auf der Homepage der Stiftung Warentest kostenpflichtig abrufbar.

(Jörg Schamberg)

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