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Stiftung Warentest: Kein Online-Speicher-Dienst ist "gut"

13 Online-Speicher-Dienste hat die Stiftung Warentest im Heft 8/13 getestet. Keiner hat die Note "gut" erhalten, sieben wurden mit "befriedigend" bewertet, sechs sogar mit "ausreichend".

26.07.2013, 18:01 Uhr
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Fast jeder hat persönliche Daten auf einem Server im Internet liegen. Das können E-Mails sein, Urlaubsfotos, aber auch ein Abbild der heimischen Festplatte. Dreizehn Online-Speicher-Dienste, bei denen gleich größere Datenmengen bei einem Anbieter in der Cloud abgelegt werden, hat die Stiftung Warentest im aktuellen Heft 8/13 unter die Lupe genommen. Keiner hat die Note "gut" erhalten, sieben wurden mit "befriedigend" bewertet, sechs sogar mit "ausreichend", was nicht wörtlich zu verstehen ist, sondern gleichbedeutend mit etlichen Mängeln.

Datenschutz und Sicherheit

Die Anbieter sind in den USA, in Deutschland, Irland sowie in der Schweiz beheimatet, alle richten sich aber an Kunden in Deutschland. Sie bieten zur Ablage der Daten zwischen 2 und 25 Gigabyte an und sind fast alle in der Basisversion kostenlos. Gegen Aufpreis gibt es dann Premiumfunktionen und vor allem mehr Speicherplatz. Neben der Handhabung hat die Stiftung Warentest großen Wert auf Sicherheit und Datenschutz gelegt.

In diesem Punkt gibt es eine große Kluft zwischen europäischen und amerikanischen Diensten. Anbieter auf der anderen Seite des Atlantiks geben Behörden auf Grundlage des "Patriot Act" und des "Foreign Intelligence Surveillance Act" Einblick in die Daten. Die Stiftung Warentest rät daher davon ab, amerikanische Dienste zu nutzen.

Da aber auch die europäischen Dienste beim Datenschutz nicht gut abgeschnitten haben, sollte der Nutzer sich selbst um die Unversehrtheit seiner Daten kümmern und diese verschlüsseln. Die Anbieter übertragen und speichern diese zwar verschlüsselt, sie alle haben aber auch den Schlüssel dazu – außer dem Schweizer LaCie Wuala. Sie können also selbst in die Daten schauen oder einer Behörde genau das ermöglichen. Die Stiftung Warentest empfiehlt zum Verschlüsseln die Programme Boxcryptor und Cloudfogger, die allerdings mit Einbußen beim Komfort verbunden sind.

Zeitschrift ab sofort im Handel

Die europäischen Dienste haben in puncto Sicherheit und Datenschutz zwar ein wenig besser abschnitten als die US-Anbieter, dennoch gibt es auch hier noch Nachholbedarf. Das Deutsche Telekom Mediencenter, LaCie Wuala und Strato HiDrive haben immerhin ein "befriedigend" erhalten (und Dropbox als einziger US-Anbieter), web.de und GMX, die beide zu 1&1 gehören, wurden jedoch ähnlich negativ bewertet wie die amerikanischen Dienste.

Die Online-Speicher ermöglichen den Zugriff auf die gleichen Daten mit unterschiedlichen Geräten – zum Beispiel mit Smartphone, Tablet und PC – und von überall – also zuhause, unterwegs und am Arbeitsplatz. Knapp zwei Drittel der Nutzer ist nicht bewusst, dass sie bereits Cloud-Dienste nutzen. Dies ergab eine nicht repräsentative Online-Umfrage auf test.de im Juni dieses Jahres.

Der Test "Online-Speicherdienste" mit ausführlichen Tabellen zum Testergebnis ist in der August-Ausgabe der Zeitschrift "test" erschienen. Das komplette Heft gibt es am Kiosk, den einzelnen Test auch online unter test.de/cloud.

(Peter Giesecke)

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