Musik auf Abruf

Stiftung Warentest: Elf Musik-Streamingdienste im Test

Wie schlagen sich die Musik-Streamingdienste wie Spotify, Apple Music, Amazon Prime Music & Co hinsichtlich Titelauswahl, Klangqualität, Datenverbrauch und rechtlichen Aspekten? Die Stiftung Warentest hat elf Dienste unter die Lupe genommen.

Jörg Schamberg, 25.08.2016, 12:31 Uhr
Musik hören© Igor Mojzes / Fotolia.com

Berlin – Musik aus dem Netz auf das Smartphone streamen liegt im Trend. Am Markt tummeln sich inzwischen zahlreiche Musik-Streamingdienste. Die meisten der Anbieter halten für ihre Kunden Millionen Titel zum Abruf bereit. Die Stiftung Warentest hat die elf Streaming-Dienste Aldi life Musik, Amazon Prime Music, Apple Music, Deezer Music, Google Play Musik, Juke Musik, Microsoft Groove, Napster, Qobuz Music, Spotify Music und Tidal nun in einem Test genauer unter die Lupe genommen.

Große Anbieter benachteiligen Kunden bei AGB und Datenschutz

Die Tester haben nicht nur das Musikangebot, sondern auch die Klangqualität geprüft und zudem einen Blick auf vertragliche Aspekte geworfen. Laut Stiftung Warentest werden die Kunden gerade bei den großen Anbietern Amazon, Apple und Spotify hinsichtlich AGB und Datenschutzerklärungen benachteiligt. So wolle Apple nicht nur Standortdaten der Nutzer erheben, sondern diese auch ohne Einwilligung der Kunden an Dritte weitergeben. Spotify will dem Nutzer jederzeit kündigen oder den Zugang sperren können, gebe aber keine konkreten Gründe an. Aber auch bei kleineren Anbietern hatten die Tester Bedenken. So übertrage etwa Qobuz Nutzernamen und Passwörter unverschlüsselt.

Die Dienste kosten in der Regel 8 bis 10 Euro im Monat für einen werbefreien Premium-Zugang. Geboten wird meist ein Katalog mit rund 40 Millionen Titeln. Es finden sich Songs aus allen möglichen Musikrichtungen, von Rock und Pop über Klassik zu Jazz. Dennoch weisen die Dienste auch Lücken auf. Zum einen schließen etwa Künstler Exklusivverträge mit einzelnen Diensten, zum anderen verweigern einzelne Künstler sich den Streamingdiensten komplett. Für den Check des Repertoires hat Stiftung Warentest insgesamt 700 Alben geprüft. Bei manchen Diensten lag der Schwerpunkt eher bei Chart-Hits, andere konnten auch mit Klassikern punkten.

Durchweg gute Klangqualität - unterschiedlicher Datenverbrauch

Von der Klangqualität der Dienste waren die Tester positiv überrascht. Selbst auf niedriger Qualitätsstufe würden sie noch einen guten Klang bieten, im Vergleich mit CDs könnten die Dienste durchaus mithalten. Durch die gegen Aufpreis erhältliche bessere Klangqualität hätte sich die Hörqualität im Test aber nicht verbessert.

Die Tester haben auch den Datenverbrauch gemessen. Dabei zeigten sich beim Datenvolumen durch den Download eines Albums mit einer Länge von 52 Minuten erhebliche Unterschiede bei den Diensten. Bei vergleichbarer Hörqualität ermittelte Stiftung Warentest bei Qobuz Music 130 MB Datenvolumen, bei Amazon Prime Music 101 MB sowie bei Napster 26 MB. Da die Musikdienste auch unterwegs genutzt werden, ist ein üppiger Datenverbrauch eher nachteilig. Das im Mobilfunktarif enthaltene Highspeed-Datenvolumen ist dann schnell aufgebraucht.

Juke siegt vor Deezer und Tidal

Zum Testsieger kürte Stiftung Warentest nicht einen der großen Anbieter, sondern den zur Media-Saturn-Holding gehörenden Dienst Juke, der die Note 1,8 erhielt. Lediglich die Bedienbarkeit wurde als lediglich befriedigend bewertet. Auf Platz zwei und drei folgen Deezer (2,1) und Tidal (2,1). Amazon Prime Music bildet mit einer Note von 3,8 das Schlusslicht, hier wurde insbesondere die relativ kleine Musikauswahl bemängelt.

Der komplette Test findet sich in der September-Ausgabe der Zeitschrift test, die ab 26. August erhältlich ist. Alternativ lässt sich der Testbericht auch kostenpflichtig im Internet auf der Webseite der Stiftung Warentest abrufen.

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