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Stichprobe: Gutscheincodes im Web lohnen kaum

Zahlreiche Onlineshops locken im Internet mit Rabatten per Code, doch die Verbraucherzentrale NRW musste feststellen, nur ein sehr kleiner Teil brachte geringe Ersparnisse.

23.08.2009, 17:16 Uhr
Internet© Gina Sanders / Fotolia.com

Zahlreiche Onlineshops locken mit Rabatt-Codes im Internet. Ob sich das Einsammeln und Einlösen lohnt, wollte die Verbraucherzentrale NRW in einer Stichprobe feststellen. Und nur ein kleiner Teil der Codes brachte tatsächlich geringe Ersparnisse.
Jeder vierte Code mangelhaft
Persönliche Rabattcodes erhalten Verbraucher oft per E-Mail oder bei einem vorhergehenden Einkauf vom Shop direkt. Dutzende von Internetportalen sammeln zudem frei erhältliche Codes und geben sie gratis an Besucher weiter. Einige Rabattcoupons dienen allein der Bestandspflege, andere sind Neukunden vorbehalten. Mal werden die Rabatte in Euro, mal in Prozent ausgelobt, mal gelten Codes für einzelne Artikel, dann wieder fürs gesamte Sortiment. Oft ist bei der Einlösung auch noch ein Mindestbestellwert zu beachten.
40 solcher frei erhältlichen Rabattcodes sammelte die Verbraucherzentrale auf verschiedenen Gutschein-Portalen ein. Das Ergebnis war enttäuschend: Jeder vierte Gutschein sei mit Macken und Mängeln behaftet gewesen. Die ausgegebenen Codes wurden nicht mehr akzeptiert, waren abgelaufen oder angeblich schon verbraucht.
Angebotene Rabatte oft unattraktiv
Rabattcode-Offerten seien dazu meist wenig attraktiv. Die Hälfte der 40 gezogenen Angebote unterzog die Verbraucherzentrale einem Preisvergleich. Aus dem Sortiment des jeweiligen Anbieters wählten die Tester zufällig einen Artikel aus und versuchten diesen mit Hilfe von kostenlosen Preissuchmaschinen billiger zu ergattern. Das gelang tatsächlich in 13 von 20 Fällen: etwa bei einem Plasmafernseher, bei einem Diktiergerät, bei Software wie bei einem Autokindersitz. Nur siebenmal empfahlen sich die Rabattcodes als meist knapper Euro-Sieger. Lediglich bei einem Software-Angebot fiel die Ersparnis mit 36 Prozent deutlich aus.
Ein zusätzliches Ärgernis sei laut Verbraucherzentrale das Verfallsdatum der Rabattcodes. Bei der Suche nach Codes fiel den Testern auf, dass viele der Zahlen- und Buchstabenkombinationen seit Wochen und Monaten, teilweise sogar seit Jahren abgelaufen waren.
Preisvergleich vor Rabattsuche
Die Verbraucherzentrale NRW kommt nach ihrer Stichprobe zu dem Schluss, dass Rabattcodes niemals der alleinige Grund für einen Internet-Kauf sein sollten. An erster Stelle sollte für Schnäppchenjäger stets der aktuelle Preisvergleich für das auserwählte Produkt stehen.

(Michael Posdziech)

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