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Steve Jobs will Musik ohne Kopierschutz

Der Apple-Gründer spricht sich gegen DRM-geschützte Musik aus. Wären die Auflagen der Musikindustrie nicht, würde Apple liebend gerne auf den Kopierschutz verzichten, berichtet Jobs.

07.02.2007, 16:20 Uhr
Internet© Gina Sanders / Fotolia.com

Egal bei welchem Online-Musikladen, echte Hits gibt es nur kopiergeschützt. Besonders streng kommt der Kopierschutz "Fairplay" von Apples Music Store iTunes daher, der das Abpielen der Songs neben dem heimischen Computer nur auf den Apple-eigenen iPod-Playern erlaubt.
Apple unter Zwang
Da iTunes außerdem der größte Online-Musikladen ist, steht das Apfel-Unternehmen immer wieder in der Kritik – unter anderem wird Apple vorgeworfen, die Kunden via Kopierschutz an den eigenen Player binden zu wollen. Nun äußert sich Steve Jobs auf der Apple Website zu den Diskussionen über eine mögliche Aufhebung des so genannten Digital Rights Management (DRM).
Der Apple-Gründer weist darauf hin, dass man mit dem Kopierschutz der Songs lediglich den Auflagen der Musikindustrie nachkomme. Die Musikindustrie kämpft seit Jahren gegen Raubkopierer, die Songs über Tauschbörsen wie eMule und BitTorrent illegal verbreiten. Dies soll durch DRM-geschützte Songs verhindert werden. Jobs hält dagegen, dass auch durch DRM die illegale Verbreitung der Songs nicht gestoppt werden könne, zumal es immer einen Weg gebe, den Kopierschutz zu knacken. Zudem seien Songs auf CDs ebenfalls nicht mit DRM geschützt - obwohl weiterhin 90 Prozent der Musik auf diesem Wege verkauft werde.
Ohne DRM
Abschließend spricht sich Jobs in dem Schreiben klar gegen einen Kopierschutz von Online-Musik aus. Egal welchen Weg man bei DRM einschlage, die beste Lösung sei es ohne DRM auszukommen – nicht nur für den Verbraucher: "Auch Apple würde dies sofort begeistert annehmen", so Jobs.
Kritik von deutscher Musikindustrie
"Der Vorstoß von Steve Jobs ist ebenso durchsichtig wie scheinheilig. Apple versucht, seine Probleme mit dem eigenen Kopierschutz zum Problem der Musikindustrie zu machen", sagte Michael Haentjes, Vorsitzender der deutschen Phonoverbände, am Dienstag in Berlin. "Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen", so der Verbandschef. Für Apple sei die Strategie, ein für andere Anbieter geschlossenes DRM-System von Software (iTunes) und Hardware (iPod) einzusetzen, der Schlüssel zum Erfolg gewesen, sagte Haentjes weiter. "Wir sind Apple dankbar dafür, dass es den Online-Musikmarkt soweit entwickelt hat. Aber jetzt ist es an der Zeit, dass Apples Kopierschutz "Fairplay" seinem Namen auch gerecht wird", betonte Haentjes.

(Klaus Wiesen)

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