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Steuererklärung: Computer statt Bierdeckel

Bis die Steuererklärung auf einen Bierdeckel passt, wird es wohl noch einige Zeit dauern. So lange müssen sich Steuerzahler weiter durch Vorschriften und Ausnahmen quälen. Die Redaktion gibt Tipps zur Auswahl des Computerprogramms.

28.01.2007, 12:31 Uhr
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Bis die Steuererklärung auf einen Bierdeckel passt, wird es wohl noch einige Zeit dauern. So lange müssen sich die Steuerzahler weiter durch einen Wust an Vorschriften und Ausnahmen quälen. Kein Wunder, dass die Steuererklärung für viele eine lästige Pflicht ist, die sie gerne an ihren Steuerberater abtreten. Da sich die Kosten dafür aber meist nicht mehr von der Steuer absetzen lassen, bieten sich Steuerprogramme als günstigere Alternative an. Die Redaktion gibt Tipps zur Auswahl des geeigneten Programms.
Grundsatzentscheidung
Es gibt zwei Klassen von Steuersoftware: die preiswerten, schlichten Lösungen und die üppig ausgestatteten, etwas teureren Pakete mit Handbüchern, Spartipps und Rechnern etwa zur Ermittlung der Reisekosten oder der günstigsten Steuerklasse. Die gängigen Produkte kosten zwischen zehn und 40 Euro.
Während sich die billigeren Programme für Puristen mit einfachen Steuerfällen und Experten mit wenig Anspruch an Komfort eignen, sollte bei komplizierten Fällen eher tiefer in die Tasche gegriffen werden. Selbstständige, Kapitalanleger, Immobilienbesitzer und ungeübte Anwender, die Orientierung und Hilfe brauchen, sind mit den umfangreichen Programmen besser bedient.
Installation und erste Schritte
Die Installation läuft bei den meisten Programmen problemlos. In einem Praxistest missfiel der "PC Welt" jedoch, dass Buhl Data versucht, bei der Installation des Wiso Sparbuchs 2007 und Tax 2007 Standard den Kunden einen teuren Aktualisierungsservice aufzudrängen, den man hartnäckig ablehnen muss. Am Anfang steht bei allen Programmen die Eingabe der persönlichen Daten wie Name, Adresse, Anzahl der Kinder, Steuernummer und zuständiges Finanzamt. Danach wählt das Programm die benötigten Formulare aus.
Aktualisierung
Gleich zu Beginn weisen alle Programme auf ein notwendiges Update hin, da bei der Programmierung die neuesten Steueränderungen meist nicht berücksichtigt wurden. Die Hersteller verbessern die Programme laufend und merzen dabei auch Fehler aus. Regelmäßige Aktualisierungen per Internet sind daher sinnvoll. Im Test fiel das Update vom günstigen Steuersparer 2007 dabei als unübersichtlich auf.
Menüführung
Wer sich einmal durchgerungen hat, für den verliert die Steuererklärung bald den Schrecken. Denn die meisten Programme namhafter Hersteller wie Steuertipps-Steuersparerklärung, Taxman, Wiso Sparbuch oder Tax nehmen den Unkundigen an die Hand und führen ihn Schritt für Schritt bis zur fertigen Steuererklärung. Viele Programme informieren zudem nach jeder Eingabe über den Stand der Steuererstattung oder -nachzahlung. Die Steuersparerklärung, das Wiso Sparbuch oder Quicksteuer überprüfen die Angaben zudem auf Plausibilität und geben Tipps, wo sich noch mehr Steuern sparen lassen. Die Qualität dieser Tipps unterscheidet die billigen oft von den teureren Programmen.
Ab zum Finanzamt
Wer sich einmal für ein Programm entschieden hat und damit zufrieden ist, sollte treu bleiben. Zum einen findet sich der Nutzer in der neuen Version dann schneller zurecht. Zum anderen können die Daten vom Vorjahr übernommen werden, was die Eingabezeit erheblich verkürzt. Die meisten Programme schicken die Steuererklärung direkt über das Internet an das Finanzamt. Untersuchungen zufolge werden die dort häufig ungeprüft durchgewunken. Nur bei ungewöhnlich hohen Werbungskosten schlägt der Computer des Finanzamts Alarm.

(Denise Bergfeld)

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