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Statistik: Deutsche Unternehmen bei Breitbandnutzung nur im Mittelfeld

Highspeed-Internet als Standortfaktor? Erst jedes vierte Unternehmen in Deutschland nutzt laut Statistischem Bundesamt Breitbandinternet mit mindestens 30 Mbit/s. 16 Prozent der Unternehmen greifen sogar lediglich per ISDN oder Analog-Modem auf das Internet zu.

02.03.2014, 14:01 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Der Breitbandausbau in Deutschland kommt Schritt für Schritt voran, private Nutzer können teils bereits mit bis zu 200 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Internet surfen. Unternehmen stehen in der Regel sogar noch höhere Geschwindigkeiten offen. Politik und Wirtschaft betonen immer gerne die wachsende Bedeutung von Highspeed-Internet als Standortfaktor. Doch in der Praxis hinken deutsche Unternehmen bei der Breitbandnutzung im europäischen Vergleich hinterher. Laut einer vom Statistischen Bundesamt (Destatis) am Mittwoch veröffentlichten Statistik nutzten im vergangenen Jahr erst 25 Prozent der Unternehmen mit 10 und mehr Beschäftigten schnelle Internetzugänge mit Datenübertragungsraten von mindestens 30 Mbit/s.

Nachholbedarf bei deutschen Unternehmen

Gegenüber 2011 verzeichneten die Statistiker bei der geschäftlichen Breitbandnutzung hierzulande zwar einen erheblichen Fortschritt um 9 Prozent, doch andere europäische Länder stehen weitaus besser da. Das Ranking wird angeführt von Dänemark: In Deutschlands nördlichem Nachbarland nutzen 44 Prozent der Unternehmen Breitbandzugänge mit Bandbreiten von mindestens 30 Mbit/s. Die westlichen Nachbarn Belgien und Niederlande melden eine entsprechende Nutzung von schnellen Internetzugängen für jeweils 41 Prozent ihrer Unternehmen.

Erstaunlich: Im vergangenen Jahr verfügten 16 Prozent der deutschen Unternehmen über keinen festen Breitbandzugang. Lediglich über ISDN oder sogar analog per Modem griffen noch 8 Prozent der Unternehmen auf das Internet zu.

66 Prozent der deutschen Unternehmen besitzen eigene Homepage

Den meisten Unternehmen sind die Wichtigkeit des Internets und die daraus resultierenden Wettbewerbsvorteile durchaus bewusst. Im vergangenen Jahr präsentierten sich immerhin 66 Prozent der deutschen Unternehmen mit einer eigenen Webseite im weltweiten Netz. Auch soziale Medien sind für die Firmen hierzulande kein 'Neuland' mehr: 37 Prozent tauschen sich über Facebook & Co. mit Kunden und Geschäftspartnern aus.

Gerade der stetig wachsende Online-Handel ist auf gute Internetverbindungen angewiesen. Nach Angaben des Statistisches Bundesamtes nutzten 49 Prozent der deutschen Unternehmen 2012 das Internet für Ein- und Verkäufe. Die online erwirtschafteten Umsätze steigen rasant: 2012 betrug der Anteil des im Online-Handel generierten Umsatzes bereits 12 Prozent des Gesamtumsatzes aller deutschen Unternehmen.

(Jörg Schamberg)

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