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Startprobleme bei Elektroschrott-Abgabe erwartet

Bei der ab Freitag für alle Bundesbürger verpflichtenden Rückgabe von Elektroschrott rechnen die Hersteller mit Startproblemen.

23.03.2006, 09:22 Uhr
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Bei der ab Freitag für alle Bundesbürger verpflichtenden Rückgabe von Elektroschrott rechnen die Hersteller mit Startproblemen. Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) räumte in Berlin eine "Anfangsfehlerrate von zehn Prozent" ein. Nicht alle Hersteller seien auf die Abholung der Geräte bereits eingestellt, sagte ZVEI-Experte Otmar Frey.
Nicht mehr in die Tonne
Ab Freitag dürfen Bürger ihre alten Toaster, Waschmaschinen oder auch Energiesparlampen laut Elektro-Gesetz nicht mehr in die graue Restmülltonne werfen; stattdessen sollen sie den Müll kostenlos bei kommunalen Sammelstellen abgeben. Die Hersteller müssen die Geräte dann in eigener Regie abholen und verwerten. Einen "Müllnotstand" werde es aber nicht geben, sicherte Frey zu.
Laut ZVEI haben sich wenige Tage vor dem Start des neuen bundesweiten Rücknahmesystems allerdings höchstens die Hälfte der bundesweit rund 10.000 Elektro- und Elektronikgerätehersteller für die Entsorgung ihres Mülls registriert. Die Kommunen klagen bereits seit längerem über Abspracheprobleme mit der Industrie. Es könne daher sein, dass "mal ein Container stehen bleibt", räumte Frey ein.
Kosten tragen Verbraucher
Die Hersteller rechnen laut ZVEI-Hauptgeschäftsführer Gotthard Graß mit Entsorgungs-Kosten von jährlich rund einer halben Milliarde Euro. Diese will die Branche weitgehend auf die Verbraucher abwälzen. Es werde aber "nicht über Nacht zu neuen Preisen" für Kühlschränke, MP3-Player oder Föne kommen, sagte Frey. Stattdessen würden die Preise für die Verbraucher "schleichend" erhöht.
Deutschland setzt mit dem Elektro-Gesetz Vorgaben der Europäischen Union um. Jährlich fallen hierzulande rund 1,8 Millionen Tonnen Elektroschrott an. Sie sollen künftig besser recycelt werden. Das Gesetz betrifft alle Alt- und Neugeräte.

(Aleksandra Leon)

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