Kanzleramtsminister

Staat könnte Mobilfunklücken mit eigenen Funkmasten schließen

Die Mobilfunknetzbetreiber sollen 99 Prozent der Bevölkerung mit schnellem Mobilfunk versorgen. Das restliche 1 Prozent könnte der Staat mit eigenen Mobilfunkmasten abdecken. So zumindest die Ansicht von Kanzleramtsminister Helge Braun.

Handymast© Wolfgang Cibura / Fotolia.com

Düsseldorf - Die Mobilfunkversorgung in Deutschland ist weiterhin lückenhaft, gerade in ländlichen Gebieten finden sich noch zahlreiche Funklöcher. Die Bundesregierung hatte den Mobilfunknetzbetreibern Vorgaben zur Abdeckung gemacht. "Wir haben mit den Mobilfunkunternehmen vereinbart, dass sie 99 Prozent der Haushalte mit Mobilfunkempfang versorgen", so Kanzleramtsminister Helge Braun im Interview mit der "Rheinischen Post".

Braun: Alternative zu staatlichen Funkmasten ist bessere Förderung

"Ich bin dafür, dass der Staat auch selbst Funkmasten für die Betreiber aufstellen kann, wenn es sonst keiner macht", erläutert Braun. Die Mobilfunknetzbetreiber müssten nach Beendigung der derzeit laufenden 5G-Frequenzaukton mitteilen, welche 99 Prozent der Bevölkerung abdeckt seien. "Dann wissen wir, um welches letzte, nicht wirtschaftliche Prozent der Haushalte wir uns kümmern müssen", sagt der Kanzleramtsminister. Braun könne sich alternativ aber auch eine Verbesserung der Förderung vorstellen. "Jedenfalls haben wir allen Bürgern gegenüber eine Pflicht zur Daseinsvorsorge", unterstreicht Braun.

Flächendeckende Mobilfunkversorgung wird nicht erreicht

Das Problem: Eine Mobilfunkversorgung von 99 Prozent - oder selbst von 100 Prozent - der Bevölkerung bedeutet keine tatsächlich flächendeckende Versorgung. Diese liegt je nach Netzbetreiber noch deutlich darunter. In Deutschland gibt es beispielsweise große Waldgebiete, die nicht mit schnellem Mobilfunk erschlossen sind. Auch entlang von Bahnstrecken kämpfen Reisende auch 2019 teils noch mit Funklöchern.

Jörg Schamberg

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