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Springer knickt ein: Inhalte bald wieder bei Google sichtbar

Google hat eine Schlacht gewonnen, aber noch nicht den Krieg: Der Springer-Verlag hat der Gratis-Lizenz für Google zur Darstellung von Vorschautexten und -bildern zugestimmt. Mit Einsicht habe das aber nichts zu tun, so die Chefetage.

05.11.2014, 15:31 Uhr (Quelle: DPA)
Google© Google

Vorschaubilder und Textanrisse kehren in die Google-Dienste zurück. Rund zwei Wochen hielt Springer an der reduzierten Darstellung von Inhalten mehrerer Titel wie welt.de bei dem Internetkonzern fest. Nach einem Nutzer-Rückgang von 80 Prozent rudert der Verlagsriese zurück - Der Streit um das Leistungsschutzrecht geht aber weiter. Der Verlag habe die Verwertungsgesellschaft VG Media beauftragt, Google eine Gratis-Lizenz zu erteilen, teilte Axel Springer am Mittwoch mit.

Google zeigte nur noch Überschriften

Es geht um die Angebote von welt.de, computerbild.de, sportbild.de und autobild.de, deren Inhalte im Streit um das sogenannte Leistungsschutzrecht seit dem 23. Oktober bei Google nur in eingeschränkter Form angezeigt wurden.Die von der VG Media vertretenen Verlage hatten von Google unter Hinweis auf das Leistungsschutzrecht Lizenzzahlungen für die Anzeige von Vorschaubildern und Textanrissen verlangt.

Google kündigte daraufhin nach einer Klage der Verlegerseite an, ab dem 23. Oktober nur noch Überschriften anzuzeigen. Kurz vor dem Termin erteilten die meisten VG-Media-Verlage dem Internet-Konzern eine widerrufliche Einwilligung zur Gratis-Anzeige der Inhalte. Sie werfen Google allerdings weiter den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung vor.

Springer beugt sich "wirtschaftlichem Druck"

Auch Springer betonte nun, die Rückkehr zur Gratis-Anzeige bei den vier Titeln erfolge "nicht freiwillig, sondern weil die Axel Springer SE wegen der Marktbeherrschung Googles und des daraus folgenden wirtschaftlichen Drucks keine andere Möglichkeit sieht".

Mit der Entwicklung der vergangenen zwei Wochen seien aber die Auswirkungen "nun präzise dokumentiert", erklärte der Medienkonzern. Nach Springer-Angaben brach der Nutzerzustrom wegen der reduzierten Darstellung auf der Nachrichten-Plattform Google News um 80 Prozent ein, bei der Google-Suche liege das Minus bei 40 Prozent. Angaben zur Nutzung der Angebote unabhängig von Google macht Springer unter Hinweis auf anstehende Zahlen der Prüfgesellschaft IVW aktuell nicht.

Hoher Schaden durch entgangenen Umsatz

"Auf Basis der aktuellen Rückgänge beziffert die Axel Springer SE den drohenden finanziellen Schaden durch entgangene Vermarktungsumsätze im siebenstelligen Bereich pro Marke bezogen auf das Gesamtjahr", erklärte der Konzern aber. Zugleich hieß es, der Rückgang habe sich ungleichmäßig auf die vier Angebote verteilt. So sei welt.de vor allem bei Google News betroffen gewesen, während bei den Online-Angeboten von "Auto Bild" und "Computer Bild" die Auslistung der Bilder- und Video-Suche stärker durchgeschlagen habe.

Google verwies in einer Reaktion darauf, dass in den vergangenen drei Jahren eine Milliarde Euro an deutsche Werbepartner aus dem Medienbereich ausgeschüttet worden sei. "Die Entscheidung zeigt, dass Google einen erheblichen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg von Presseverlagen leistet", sagte Google-Sprecher Kay Oberbeck.

(Dorothee Monreal)

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