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Sprachschützer-Protest gegen Telekom-Denglisch

In einem offenen Brief hat der "Verein Deutsche Sprache" Telekom-Chef René Obermann für die englischsprachige Bezeichnung zahlreicher Telekom-Produkte kritisiert und aufgefordert, "diesen Unfug" zu unterbinden.

14.07.2010, 16:49 Uhr (Quelle: DPA)
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Call & Surf Comfort, Free Call International Advanced, Business National Flat, Desktop Solutions - Telekom-Chef René Obermann hat die besten Chancen, zum "Sprachpanscher des Jahres" gekürt zu werden. In einem offenen Brief an Obermann protestierte der Verein Deutsche Sprache (VDS) am Mittwoch nun erneut gegen die "Übermacht" englischer Bezeichnungen im Telefon- und Internetgeschäft.

In guter Tradition

Auch sein Vorgänger und Förderer Ron Sommer hatte die Auszeichnung vor mehr als zehn Jahren bereits einmal erhalten. Wie heute stand auch damals die Vielzahl von englischen Begriffen bei der Telekom in der Kritik der Sprachschützer. In dem Schreiben zählt der Verein mehr als 100 Produkte mit englischen Bezeichnungen auf. Dabei forderte der Vorsitzende des Verbandes, Walter Krämer, Obermann mit deutlichen Worten auf, seiner Verantwortung nachzukommen und "diesen Unfug" zu unterbinden.

"Als deutschsprachiger Kunde einer deutschen Firma fühle ich mich von diesem Angebot auf den Arm genommen", sagte Krämer. Noch auf der letztjährigen Hauptversammlung in Hannover habe Obermann versprochen, den Ausbau des deutschen Wortschatzes im Telefongeschäft zu fördern und auf "Imponier-Anglizismen" zu verzichten. Daran müsse er sich nun messen lassen, hieß es.

(Christian Wolf)

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