Studie

Sprachassistenten: Alexa wird deutlich häufiger als Siri & Co. genutzt

Wachstumspotential für Sprachassistenten in Deutschland: Viele Nutzer verwenden laut einer Studie der Hochschule Fresenius die Sprachassistentin Alexa mindestens einmal pro Tag. Siri, Google Assistant und Cortana würden dagegen weniger häufig eingesetzt.

Sprachassistenten im VergleichSprachassistenten sind in den smarten Lautsprechern von Amazon, Google und Apple integriert.© Amazon.com, Inc. / Google Inc. / Apple Inc. / i12 GmbH

Köln – Seit einigen Jahren sind Sprachassistenten wie Alexa, Siri, Cortana & Co. auch in Deutschland verfügbar. Laut einer repräsentativen Studie der privaten Hochschule Fresenius, die das Konsumentenverhalten in Bezug auf Sprachassistenten deutschlandweit untersucht hatte, gebe es hierzulande noch großes Wachstumspotential für die digitalen Assistenten. Im Rahmen der Studie waren im November 2018 3.184 Konsumenten online befragt worden.

Alexa bei der Nutzung mit Vorsprung vor der Konkurrenz

Deutsche Verbraucher zeigten sich demnach bei der Nutzung von Alexa & Co. noch zurückhaltend. In den letzten vier Wochen hätten nur 26 Prozent der Deutschen einen Sprachassistenten genutzt. Amazons Alexa sticht im Feld der Sprachassistenten vor der Konkurrenz von Google, Apple und Microsoft heraus. Nach Angaben der Forscher werde Alexa am intensivsten genutzt. Fast die Hälfte der befragten Nutzer würden Alexa mindestens einmal am Tag verwenden. Siri und der Google Assistant würden deutlich weniger genutzt.

Fragen nach dem Wetter und Abspielen von Musik

72 Prozent der Nutzer von Sprachassistenten würden nach Informationen zum Wetter, Sport oder Berühmtheiten suchen. Auch Erinnerungen oder Termine würden häufiger per Sprachbefehl eingerichtet. Überproportional häufig werde zudem Alexa für das Abspielen von Musik eingesetzt. Immerhin 21 Prozent der Alexa-Nutzer hätten über die Sprachassistentin schon einmal ein Produkt im Internet bestellt.

Nicht alle Sprachassistenten werden trotz Verfügbarkeit auch genutzt

Die Studie zeige aber auch, dass die tatsächliche Nutzung der theoretischen Verfügbarkeit der Sprachassistenten noch hinterherhinkt. Cortana sei beispielsweise von fast 60 Prozent der deutschen Konsumenten nutzbar, etwa dank Integration in Windows. Doch tatsächlich werde Cortana nur von vier Prozent der Deutschen genutzt. Die sogenannte Take-Up-Rate liege damit lediglich bei sieben Prozent. Bei Alexa sei die theoretische Nutzerbasis deutlich kleiner, die Take-Up-Rate dagegen sehr hoch. Dabei helfen unter anderem die smarten Echo-Lautsprecher, die sich per Sprachsteuerung nutzen lassen.

Rund jeder fünfte Deutsche, der einmal einen der Sprachassistenten ausprobiert habe, hat die Nutzung wieder eingestellt. 32 Prozent der Befragten gaben die schlechte Erkennung der Sprachbefehle als Grund an. 23 Prozent empfangen das Sprechen mit einer Maschine als unangenehm.

Ungenutzte Potentiale für Sprachassistenten sind riesig

"Die Hersteller dieser Systeme müssten es schaffen, die Funktionalität zu steigern, die Interaktion menschlicher zu machen und vorhandene Sicherheitsbedenken zu entkräften. Dann könnten Sprachassistenten das Marktumfeld unvergleichlich schnell umkrempeln. Denn die ungenutzten Potenziale sind riesig", so Prof. Dr. Anna Schneider, Dozentin für Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Fresenius, Fachbereich Wirtschaft & Medien in Köln.

Jörg Schamberg

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