Musikstreaming

Spotify: 80 neue Länder, verlustfreies Streaming und Podcast-Offensive

Der Marktführer im Musikstreaming baut seine Präsenz weiter aus und will mit "HiFi" noch in diesem Jahr in CD-Qualität streamen. Den Podcast-Bereich baut Spotify massiv aus und kündigt 12 deutschsprachige Titel an.

Christoph Liedtke, 23.02.2021, 09:21 Uhr (Quelle: DPA)
spotifyMit Spotify HiFi will der Marktführer bald Tidal und Deezer beim verlustfreien Streaming Konkurrenz machen.© Spotify AB

Der Musikstreaming-Marktführer Spotify baut seine globale Präsenz mit dem Start in mehr als 80 weiteren Ländern drastisch aus. Damit werde man Zugang zu mehr als einer Milliarde potenzieller Nutzer unter anderem in Asien, Afrika und Lateinamerika bekommen, sagte Spotify-Manager Alex Norström am Montag.

Musikstreaming-Branche soll weiterhin kräftig wachsen

Die Firma aus Schweden war bisher in 93 Märkten aktiv. Mit 345 Millionen Nutzern, von denen 155 Millionen zahlende Abo-Kunden sind, ist Spotify die Nummer eins im Streaming-Geschäft vor Apple Music. Spotify geht davon aus, dass Musikstreaming branchenweit Erlöse von 56 Milliarden Dollar zum Jahr 2023 einbringen wird - und 2025 mehr Umsatz erwirtschaftet als die Industrie auf dem Höhepunkt zur Jahrtausendwende erzielte.

Dabei werde neben den heute dominierenden Abo-Einnahmen auch Werbung zunehmend wichtiger sein, prognostizierte die Chefin des Anzeigengeschäfts, Dawn Ostroff. Zu den am Montag angekündigten Neuerungen gehört eine Plattform zum Ausspielen von Werbung in Podcasts.

CD-Qualität mit Spotify HiFi

In diesem Jahr will Spotify zudem im neuen Teildienst "HiFi" Musik in deutlich besserer Qualität anbieten, die der bald ausrangierten CD sehr nahe kommen soll. Die dazu genutzten verlustfreien Audioformate ermöglichen mehr Höhen und Tiefen, außerdem tragen sie zu mehr Klarheit bei. Die deutlich kleineren Konkurrenten Tidal und Deezer haben bereits solche Abos im Programm zu höheren Preisen.

Die Musikindustrie hat nach der Untergangsstimmung durch Software-Piraterie am Ende der CD-Ära neues Wachstum im Streaming gefunden. Zugleich verändert das Streaming-Modell das Geschäft: Es werden mehr einzelne Songs statt Alben gehört - und für Künstler wird es wichtiger, in Playlists aufzutauchen, da die Einnahmen von der Zahl der Abrufe abhängen.

Podcast-Offensive

Im Podcast-Bereich setzt Spotify künftig auf 12 neue Titel in deutscher Sprache. Darunter ist zum ersten Mal ein tägliches Nachrichten-Format: "FOMO - Was hab ich heute verpasst?" soll um 17.00 Uhr an Werktagen wichtige Ereignisse in rund fünf Minuten zusammenfassen. Der Podcast soll "eine jüngere Zielgruppe - also am Ende unsere Spotify-Kernzielgruppe - mit täglichen News versorgen", sagte Spotify-Managerin Saruul Krause-Jentsch. "Das kann von Internet, Entertainment, Celebrity oder Popkultur bis hin zu Politik gehen."

Mit den Neuankündigungen kommt Spotify auf 43 deutschsprachige Original-Podcasts, fünf sind exklusiv auf der Plattform verfügbar. Bisher wurden acht Podcasts eingestellt. Ein Ziel von Spotify ist, die inzwischen sechs täglichen deutschsprachigen Podcasts in den Routinen der Nutzer zu etablieren.

Gründer und Chef Daniel Ek will die führende Position beim Musikstreaming nutzen, um Spotify zur Nummer eins bei Audioinhalten aller Art zu machen. Dafür investiert er auch massiv in Podcasts. Bisher sind selbst die exklusiv bei Spotify verfügbaren Titel kostenlos. Sie sind aber eine weitere Plattform für Werbung zusätzlich zur Gratis-Version des Musikangebots.

Das Kalkül dabei ist auch, dass mit der Podcast-Nutzung mehr Leute ein Musik-Abo abschließen. Nach jüngsten Angaben greift rund ein Viertel der weltweit 345 Millionen Nutzer bei Spotify auch auf Podcasts zu.

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