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Sportradio über DAB+: VPRT tritt gegen WDR nach

Nach massiver Kritik rudert der WDR zurück und verzichtet offiziell auf das Projekt "ARD Sportradio" zur Fußball-EM. Der VPRT will das Kriegsbeil aber nicht begraben.

17.04.2012, 20:27 Uhr
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

"Absolutistische Medienpolitik" wirft Klaus Schunk dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) vor. Obwohl der WDR offiziell auf die Ausstrahlung des ARD Sportradios anlässlich der Fußball Europameisterschaft verzichten will, schießt der Vizepräsident des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) weiter aus allen Rohren. Begründung: Der Rückzug sei "scheinheilig".

Schunk: WDR gibt sich "absolutistisch"

Das Projekt Sportradio werde im Internet und über Mittelwelle weiter verfolgt. Der WDR erwähne dies aber in seiner Pressemitteilung mit keinem Wort, so Schunk. Die ARD solle sich auf das konzentrieren, wofür die Rundfunkgebühren fließen, nämlich die Grundversorgung mit Informationen. Bundesweite öffentlich-rechtliche Programme seien alleine Aufgabe des Deutschlandfunks.

Die Pressemitteilung des WDR kann Schunk nicht besänftigen. Er sieht darin vielmehr den Versuch, eine gesellschaftliche Debatte einseitig zu beenden. Das zeuge von einem "Selbstverständnis absolutistischer Medienpolitik".

Nach der massiven Kritik durch den VPRT hatte der WDR erklärt, auf die geplante Ausstrahlung des ARD Sportradios im Digitalradio (DAB+) und als Livestream über das Internet zu verzichten. Man wolle damit "die ins Kraut schießenden Spekulationen um ein bundesweites Sportradio der ARD" beenden.

(Dorothee Monreal)

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