Security

Spionage-Software Regin spähte jahrelang Firmen und Behörden aus

Die Sicherheitsfirma Symantec hat eine Spionage-Software entdeckt, die offenbar über Jahre hinweg Unternehmen und Behörden ausgespäht hat. Das Regin getaufte Programm soll unter anderem auch Zugriff auf die Verbindungsdaten von Telekommunikationsunternehmen gehabt haben. Steckt ein Staat als Auftraggeber dahinter?

24.11.2014, 10:11 Uhr (Quelle: DPA)
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Eine neu entdeckte Spionage-Software hat über Jahre Unternehmen und Behörden vor allem in Russland und Saudi-Arabien ausgespäht. Das Programm sei so komplex und aufwendig, dass nur Staaten als Auftraggeber in Frage kämen, erklärte am späten Sonntag die IT-Sicherheitsfirma Symantec, die die Software entdeckt hatte. Gut jede vierte Infektion traf demnach Betreiber von Telekom-Netzen. Dabei hätten die Angreifer zum Teil auch Zugriff auf Verbindungsdaten bekommen. Symantec gab der Software den Namen "Regin".

Regin gut getarnt - noch unentdeckte Funktionen

Das Programm setzt sich auf infizierten Computern in mehreren Stufen fest und ist darauf getrimmt, lange unentdeckt zu bleiben. "Selbst wenn man es entdeckt, ist es sehr schwer, festzustellen, was es macht", erläuterte Symantec. Inzwischen sei die Firma in der Lage, "Regin" auf Computern ausfindig zu machen, hieß es. Zugleich geht Symantec davon aus, dass es noch unentdeckte Funktionen und Varianten der Software gibt.

Das verdeckt agierende Trojaner-Programm kann den Sicherheitsforschern zufolge unter anderem Aufnahmen vom Bildschirm machen, Passwörter stehlen, den Datenverkehr überwachen und für die Angreifer gelöschte Dateien wiederherstellen. Die Aufgaben der Software können an das Angriffsziel angepasst werden.

Russland und Saudi-Arabien am schwersten betroffen

Russland sei mit 28 Prozent der Fälle am schwersten betroffen, gefolgt von Saudi-Arabien mit 24 Prozent, erklärte Symantec. Danach folgen Irland und Mexiko mit jeweils neun Prozent sowie Indien mit fünf Prozent. Symantec habe bisher keine direkten Hinweise auf die Urheber von "Regin" gefunden, sagte Symantec-Experte Candid Wüest. Von Niveau der Entwicklung und den Zielen her kämen Geheimdienste etwa der USA, Israels oder Chinas in Frage. Die Software sei von 2008 bis 2011 aktiv gewesen, dann sei 2013 eine neue Version aufgetaucht.

Rund die Hälfte der bisher entdeckten "Regin"-Infektionen entfalle auf Privatpersonen und kleinere Unternehmen. Außerdem seien Fluggesellschaften, Forschungseinrichtungen sowie die Energiebranche und das Hotelgewerbe betroffen gewesen. Die gestohlenen Informationen würden verschlüsselt gespeichert und übermittelt. Der dabei entstehende Datenverkehr sei einer der wenigen Hinweise, um das Spionage-Programm aufzuspüren. Der dabei entstehende Datenverkehr sei einer der wenigen Hinweise, um das Spionage-Programm aufzuspüren. Symantec habe die Software seit Ende 2013 erforscht. Nur in der ersten von fünf Etapen der Ausbreitung sei die Aktivität von "Regin" überhaupt sichtbar. Danach versteckte sich die Software in verschlüsselten Fragmenten an verschiedenen Stellen.

"Regin" spiele technisch in einer Liga mit dem Sabotage-Programm "Stuxnet", das einst das iranische Atomprogramm untergrub, erklärte Symantec. Hinter "Stuxnet" werden israelische und amerikanische Geheimdienst vermutet. Die Entwicklung von "Regin" dürfte Monate, wenn nicht Jahre gedauert habe, schätzten die IT-Sicherheitsexperten.

(Jörg Schamberg)

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