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Spieletest: Rise & Fall - Civilizations At War

Atemberaubende 3D-Grafik, detailgetreue Nachbildung antiker Städte und ein neuartiger Heldenmodus sind nur einige Kennzeichen des neuen Echtzeitstrategiespiels aus dem Hause Midway, an dem drei Jahre getüftelt wurde.

10.07.2006, 14:08 Uhr
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Echtzeitstrategiespiele gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Seit dem 16. Juni ist ein neues Game im Handel erhältlich, das von den Programmierern aus dem Hause Midway etwa drei Jahre Entwicklungszeit verschlungen hat. "Rise & Fall - Civilizations at War" lautet der Arbeitstitel des neuen Strategie-Abenteuers, das in der Antike spielt und den Aufstieg der damaligen Imperien Rom, Persien, Griechenland und Ägypten thematisiert. onlinekosen.de hat die Schlacht angenommen und präsentiert die wichtigsten Fakten und ausgewählte Eindrücke des neuen Games.
Systemanforderungen
Um das Kommando über die weltgrößten Armeen des Altertums übernehmen zu können, ist ein moderner Rechner Voraussetzung. Die Entwickler empfehlen mindestens einen Rechner mit Pentium-4-Prozessor samt Taktrate von 1,5 Gigahertz. Alternativ ist mindestens ein AMD Athlon XP 1500 Prozessor notwendig. An Arbeitsspeicher sind mindestens 256 Megabyte RAM und 64 Megabyte VRAM von Nöten, um einen flüssigen Spielverlauf erleben zu können. Besser sind 128 Megabyte VRAM. Grafik- und Soundkarte müssen kompatibel mit DirectX 9.0b sein, der freie Festplattenspeicher muss mindestens drei Gigabyte betragen. Außerdem muss der PC mit einem DVD-ROM-Laufwerk ausgestattet sein.
Sind diese Voraussetzungen gegeben und das Spiel installiert, können die Schlachten beginnen. Im Hauptmenü hat der Spieler die Möglichkeit, entweder ein eigenes Reich aufzubauen, um gegnerische Territorien zu erobern und das eigene Volk zu stärken oder er wählt einen von zwei Feldzügen. Bei diesen Feldzügen übernimmt der Spieler wahlweise die Person von Alexander der Große oder Kleopatra und muss die eigene Armee über mehrere Missionen in Kämpfe gegen den Gegner schicken.
Antike Waffen
Wer bei "Rise & Fall" nun allerdings wilde Schlachten mit modernen Waffen erwartet, ist auf dem Holzweg. Zu Beginn besteht eine Armee aus Einheiten wie Bogenschützen, Schwertkämpfern oder Leiterträgern. Erst im weiteren Spielverlauf kommen auch deutlich schlagkräftigere Waffen zum Einsatz. Zum Beispiel Katapulte, Kriegselefanten oder Seestreitkräfte.
Wildes Gemetzel im Helden-Modus
Etwas völlig Neues ist der so genannte "Helden-Modus". In bestimmten Spielsituationen reicht ein Tastendruck aus und das Spiel wechselt von der Vogel- in die Ego-Perspektive, in der das Spielgeschehen aus Sicht von Julius Cäsar, Kleopatra, Alexander der Große, Achilles, Ramses oder Nebukadnezar gespielt wird. Jeder Held kann spezielle Angriffe ausführen und besitzt unterschiedliche Stärken und Schwächen. Während des Helden-Modus mutiert das Spiel allerdings eher zu einem virtuellen Schlachtfeld, von Strategie ist dann nur noch wenig zu sehen. Innerhalb kürzester Zeit werden hunderte Feinde getötet. Doch Vorsicht: die Ausdauer des gewählten Kämpfers sinkt im Helden-Modus recht schnell, was natürlich auch die Gegner auszunutzen versuchen und ihrerseits sämtliche Truppen auf die Bekämpfung des schwächelnden Anführers konzentrieren. Man merke sich: den Helden-Modus also ganz bewusst und behutsam einsetzen, um das eigene Missionsziel nicht zu gefährden. Die meiste Zeit wird allerdings ohnehin in der klassischen Perspektive mit Blick auf das Geschehen aus luftiger Höhe gekämpft. Hier können die eigenen Truppen zu bestimmten Punkten auf dem Schlachtfeld befohlen oder in den eigenen Lagern neue Kämpfer ausgebildet werden. Die Ausbildung neuer Truppen funktioniert aber nur, wenn ausreichend Gold und viel Holz für die Herstellung von Waffen vorhanden sind. Um Rohstoffknappheit zu vermeiden können Arbeiter zu Bäumen und Palmen beziehungsweise Goldmienen geschickt werden, um das wertvolle Gut zu fällen beziehungsweise abzubauen.
Berater helfen
Es gibt aber auch noch andere Wege, um an mehr Rohstoffe zu gelangen. Große Kriegsführer vertrauten immer auf geschickte Berater. Diese Berater halfen, schwierige Angelegenheiten im Reich zu bewältigen. Als Spieler von "Rise & Fall" hat man ebenfalls die Möglichkeit, mit durch gewonnene Schlachten zunehmenden Ruhm, Berater einzustellen. Sie entwickeln neue Technologien oder verbessern die Lebensqualität in der heimischen Siedlung. So sorgen zum Beispiel Botaniker dafür, dass die Holzsammelquote gesteigert wird, ein Koch hilft bei einer zügigeren Ausbildung, Chirurgen sorgen dafür, dass kämpfende Truppen sich selbst heilen können.
Siedlungen strategisch sinnvoll aufbauen
Ein zentrales Element, um den Feind besiegen zu können, ist auch der strategisch sinnvolle Aufbau der eigenen Siedlung. So können kleine Siedlungen nach und nach zu Stadtabwehren ausgebaut werden, um Rohstoffquellen gegen Feinde abwehren zu können. Problematisch wird es, wenn das Gold ausgeht, denn Berater und Truppen wollen schließlich bezahlt werden. Doch auch dafür gibt es eine Lösung. Sie heißt Regierungssitz und sorgt dafür, dass alle Bürger der Stadt dazu verdonnert werden, Steuern zu zahlen. Eine modernere Form der Rohstoffgewinnung sozusagen.
Nicht zu vernachlässigen ist auch der Aufbau von Verteidigungsanlagen. Wachtürme sind zu Beginn ein wichtiges Element, im weiteren Spielverlauf sollten aber vor allem Stadtmauern errichtet und mit Bogenschützen besetzt werden, um die eigene Siedlung zu schützen. Unser Fazit: Schön anzusehen, aber nichts Besonderes
Mit Kleopatra die Römer aus dem alten Ägypten vertreiben, Alexander in die Schlacht gegen Perser führen oder eine eigene Siedlung gegen angreifende Völker verteidigen, eines ist sicher: "Rise & Fall" macht Spaß und bietet durch die Vielzahl an strategischen Elementen und die über 80 Kampfeinheiten ausreichend Raum für viele spannende Spielstunden. Beeindruckend ist die 3D-Grafik mit dynamischen Schatten, Wassereffekten und detailgetreuen Landschaften. Nach Angaben der Entwickler wurden einzelne Spielszenen sogar originalgetreu nachgebildet.
Ein Manko sind die Kampfszenen der Truppen, die in den Kampf geschickt werden. Sie wirken wenig koordiniert, eher kämpft die breite Masse gegen irgendetwas, was gerade vor das Schwert, den Bogen oder eine andere Waffe läuft. Schade auch, dass der Spieler im Heldenmodus nahezu unbesiegbar ist und ohne Rücksicht auf Verluste des Gegners Heer zerpflügen kann. Richtig Laune machen hingegen die Seegefechte, die in der dargestellten Form bei anderen Spielen ihres Gleichen suchen.
Auch ein Mehrspieler-Modus vorhanden
Neben einem Einzelspieler-Modus bietet das neue Midway-Game auch die Möglichkeit, sich mit Freunden oder Bekannten im Mehrspieler-Modus zu duellieren. Bis zu acht Spieler können über das Internet oder Heimnetzwerk gegeneinander antreten und sich im Duell Mann gegen Mann miteinander messen. Alternativ können aber auch Teams gebildet werden, in dem der eine das Ressourcenmanagement übernimmt, während der andere in den Kampf gegen die Gegner zieht.
"Rise & Fall – Civilizations at War" ist exklusiv für den PC für rund 40 Euro im Fachhandel erhältlich. Aufgrund der teilweise blutigen Schlachten, ist das Game erst ab 16 Jahren freigegeben. Für Personen, die Echtzeitstrategie-Spiele mögen, ist "Rise & Fall" eine nicht uninteressante Investition, allerdings auch nichts wirklich Neues.
Patches übertragen
Übrigens: Patches und Updates können über den Menüpunkt "Optionen" übertragen werden. Den "Update"-Butten finden Sie in der oberen rechten Ecke. Alle verfügbaren Updates und Patches werden automatisch erkannt und übertragen. Eine Demo kann kostenlos von der offiziellen Homepage heruntergeladen werden.

(Hayo Lücke)

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