Spiele

Spiele-Branche: Sektlaune im Kater-Tal

Mitten in der Krise ein Grund zu feiern: Die Computerspiele-Industrie verbucht in Deutschland für 2008 den Rekorderlös von 1,57 Milliarden Euro. Doch nicht überall in der Branche sieht es rosig aus.

17.02.2009, 11:14 Uhr (Quelle: DPA)
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Mitten in der Krise ein Grund zu feiern: Die Computerspiele-Industrie verbucht in Deutschland für 2008 den Rekorderlös von 1,57 Milliarden Euro für Konsolen-Software – eine Steigerung zum Vorjahr um 14 Prozent. Doch nicht überall in der Branche sieht es rosig aus. Der Boom von Software für Konsolen wie Nintendo Wii, Xbox 360 und Playstation 3 hat der Computerspiele-Industrie mitten in der allgemeinen Katerstimmung einen neuen Umsatzrekord beschert. Im vergangenen Jahr betrug der Erlös mit Unterhaltungssoftware in Deutschland rund 1,57 Milliarden (Mrd) Euro, berichtete der Branchenverband BIU am Montag in Berlin. Das entspreche einem Plus von 14 Prozent gegenüber 2007 (1,34 Mrd Euro).
Mobile Konsolen im Aufwind
Das Segment der Spiele für Konsolen legte um 37 Prozent zu und machte mit einem Umsatz von 744 Millionen Euro fast die Hälfte des Gesamtmarktes aus. Im BIU (Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware) sind die größten Produzenten und Anbieter von Computerspielen organisiert.
Sorgenkind PC-Software
Auch die Software für mobile Konsolen Nintendo DS und Playstation Portable (PSP) trugen zum Wachstum bei, der Erlös stieg auf 384 Millionen Euro (plus 6,7 Prozent). Einen weiteren Rückgang verzeichnete dagegen der in Deutschland bislang starke Markt für Software für PC: der Umsatz ging um 7 Prozent auf 438 Millionen Euro zurück.
Höhere Preise füllen die Geldbeutel
Die Hersteller von Konsolenspielen profitierten von höheren Stückzahlen - sie stiegen um 3,6 Millionen auf 18,7 Millionen - und höheren Verkaufspreisen. Durchschnittlich kostete ein Titel 39,8 Euro (2007: 36,1 Euro). Ein umgekehrte Trend zeichnete sich dagegen bei den PC-Spielen auf: Die Zahl der verkauften Spiele sank um 700.000 auf 23,8 Millionen, der Durchschnittspreis auf 18,45 Euro (2007: 19,21 Euro).
Trotz der Wirtschaftskrise blickt die Branche optimistisch in die Zukunft: Ungeachtet des schwierigen Konsumklimas erwarte der BIU im ersten Halbjahr 2009 ein Wachstum auf leicht geringerem Niveau, erklärte Geschäftsführer Olaf Wolters laut Mitteilung.
Doch auch aus der erfolgsverwöhnten Spielebranche mehren sich weltweit die Hiobsbotschaften. So streicht der amerikanische Computerspiele-Entwickler Electronic Arts mehr als und selbst Nintendo klagt trotz des Wii-Erfolgs über Umsatzrückgang. (Dorothee Monreal)

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