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Spiegel: GVU will kinox.to mit Strafantrag stoppen

Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU), die mit einem Strafantrag bereits zum Aus des illegalen Filmportals kino.to gesorgt hatte, bereitet laut "Spiegel Online" nun auch einen Strafantrag gegen den kino.to-Nachfolger kinox.to vor.

16.01.2012, 14:29 Uhr
Browser© Diego Cervo / Fotolia.com

Die Abschaltung des illegalen Filmportals kino.to im Juni des vergangenen Jahres verschaffte der Medienindustrie nur eine kurze Atempause. Einen Monat später kehrte die Webseite kino.to unter dem Namen kinox.to zurück. Das neue Angebot ist quasi eine Kopie von kino.to. Das Portal ist im gleichen Layout gestaltet und verlinkt zu aktuellen Filmen, die auf anderen Servern liegen. Dort lassen sich beispielsweise neue Blockbuster per Stream ansehen. Kein Wunder, dass auch diese Internetseite der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) ein Dorn im Auge ist. Die GVU, eine von den Unternehmen und Verbänden der Film- und Unterhaltungssoftware-Wirtschaft getragene Organisation, hatte mit dem Stellen eines Strafantrages maßgeblich zur Stilllegung von kino.to beigetragen. Nun zielt die GVU auf den kino.to-Nachfolger.

kinox.to als kino.to-Kopie

Laut "Spiegel Online" bereitet die GVU derzeit auch einen Strafantrag gegen kinox.to vor. GVU-Sprecherin Christine Ehlers bestätigte gegenüber dem Nachrichtenmagazin entsprechende Pläne. Der Schlag gegen kino.to sei damals gelungen, weil mehrere kino.to-Insider ihr Wissen an die GVU verkauft hatten. Nach Angaben der GVU-Sprecherin sei damals dafür eine niedrige sechsstellige Summe als Prämie geflossen.

Die kino.to-Nachfolger kinox.to entwickelte sich innerhalb kurzerster Zeit zu einem der populärsten Videoportale in Deutschland. Im November des vergangenen Jahres plädierte die GVU für ein Werbeverbot auf Portalen wie kino.to. "Webseiten wie kino.to sind eine Vermarktungsplattform für Online-Werbung", betonte damals GVU-Geschäftsführer Matthias Leonardy.

Prozess gegen mutmaßlichen kino.to-Chef steht noch aus

Nach der Abschaltung von kino.to hatte es im Rahmen einer internationalen Polizeiaktion mehrere Festnahmen gegeben. Im Dezember verurteilte das Leipziger Amtsgericht führende kino.to-Mitarbeiter zu mehrjährigen Haftstrafen. Der Prozess gegen den mutmaßlichen Chef und Gründer Dirk B. steht noch aus. Zwar wurde bereits Anklage erhoben, das Landgericht Leipzig muss aber noch über die Zulassung der Klage entscheiden.

(Jörg Schamberg)

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