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"Spiegel": Facebook gibt Datenschützern nach

Wie der "Spiegel" berichtet, können deutsche Datenschützer einen ersten Erfolg im Streit um den Friend-Finder verbuchen: Die Kontrollmöglichkeiten für importiere Adressen der Nutzer sollen transparenter werden.

22.01.2011, 12:31 Uhr
Facebook © Facebook

Die Datenschützer beschäftigen sich quasi abwechselnd mit den Internetgiganten Google und Facebook und ihren Absichten beim Sammeln von Informationen. Vor rund einem halben Jahr leitete der Datenschutzbeauftragte der Stadt Hamburg, Johannes Caspar ein förmliches Bußgeldverfahren gegen Facebook ein, das auf den sogenannten Friend-Finder zurückging. Wie der "Spiegel" nun im Rahmen der Vorabmeldungen der nächsten Print-Ausgabe berichtet, haben die Datenschützer jetzt einen ersten Etappensieg errungen.

Mehr Transparenz beim Friend-Finder

Über den Friend-Finder können Facebook-Nutzer über das Netzwerk nach neuen Freunden suchen, die in den Adressbüchern von Mitgliedern auftauchen, insofern diese den Zugriff auf die Daten erlauben. Auch wenn die Personen aus den verknüpften Adressbüchern noch keine Facebook-Mitglieder sind, lässt sich eine Einladung per E-Mail verschicken, um neue Mitglieder anzuwerben. "Wir halten das Speichern von Daten Dritter in diesem Zusammenhang für datenschutzrechtlich unzulässig", teilte Johannes Caspar im vergangen Jahr zur Verfahrenseinleitung mit. Laut "Spiegel" haben die zuständigen Datenschützer aus Hamburg dem Online-Netzwerk nun jedoch eine Besserung abgerungen: Künftig wolle Facebook jedem Mitglied eine "transparente Kontrolle über die von ihm importierten Adressen" ermöglichen, zitiert der Spiegel-Bericht die Plattform.

Facebook versteht darunter zum Beispiel das Einblenden einer Warnung, bevor das eigene Adressbuch mit dem Konto verknüpft oder eine Einladung per Mail verschickt wird. "Facebook muss einblenden, dass der Nutzer nur Kontakte einladen soll, die er persönlich kennt und die seiner Meinung nach eine Einladung wollen", wird Caspar zitiert. Zudem müsse der Eingeladene, der bislang noch keinen Account bei Facebook eröffnet hat, über den Grund der Einladung informiert werden. Falls er nicht damit einverstanden sei, über Facebook derartige Einladungen zu bekommen, könne er mitteilen, nie wieder kontaktiert werden zu wollen und seine E-Mail-Adresse sperren. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte hätte dem Bericht zufolge stattdessen allerdings lieber gesehen, dass es ohne eine Zustimmung der Adressinhaber überhaupt nicht möglich wäre, die Kontaktdaten zu speichern. Ob sich die Änderungen nur auf die deutsche Facebook-Plattform beziehen oder auch in anderen Ländern umgesetzt werden, ist nicht bekannt.

(Saskia Brintrup)

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