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Sperren von Microsofts Zune sind leicht auszuhebeln

Eigentlich wird Microsofts Zune-Player unter Windows nicht als externes Laufwerk erkannt und über WLAN ertauschte Musikstücke können nur drei Mal innerhalb von drei Tagen gehört werden. Diese Sperren sind aber kinderleicht zu umgehen.

28.11.2006, 13:32 Uhr
Microsoft© Microsoft

Nicht einmal zwei Wochen hat es gedauert, bis pfiffige User nach dem Verkaufsstart von Microsofts Zune-Player die Sperren des iPod-Konkurrenten ausgehebelt haben. Auf der Internetseite Zunescene.com ist vor wenigen Tagen eine Anleitung veröffentlicht worden, die beschreibt, wie der Zune mit einigen wenigen Handgriffen zum Massenspeicher umfunktioniert, beliebige Dateien drahtlos getauscht und ohne Beschränkungen abgespielt werden können.
DRM einfach ausgehebelt
Windows erkennt den Zune-Player eigentlich nicht als Massenspeicher. Nutzer sollen den Player über die zum Gerät zugehörige Software mit Daten füllen, ähnlich wie bei iPod und iTunes. Außerdem können über WLAN getauschte Musik-Dateien normalerweise drei Mal innerhalb von drei Tagen abgespielt werden – dafür sorgt das Digital Rights Management (DRM).
Kinderleicht umzusetzen
Um das DRM auszuhebeln, muss der Anwender zunächst am heimischen Computer kleine Änderungen in der Windows Registry vornehmen, die der Anleitung entnommen werden können. So wird der Zune-Player unter Windows als externes Laufwerk erkannt und der 30 Gigabyte große Speicher kann nach Belieben etwa über den Windows-Explorer befüllt werden.
Sollen nun auch MP3-Dateien ohne Einschränkungen drahtlos von Zune zu Zune wandern, ist nur ein kleiner Trick erforderlich. Da das DRM bei getauschten Bilddateien nicht greift, müssen die MP3s am Computer nur umbenannt werden: Den Dateien wird einfach die Endung ".jpg" zugewiesen und der Empfänger-Zune "denkt", die erhaltene Datei ist eine Bilddatei. Dies ist aber nur möglich, wenn die zuerst beschriebenen Änderungen durchgeführt wurden und der Player als externe Festplatte erkannt wird.
Der Empfänger wandelt die als JPG getarnte Datei einfach wieder in eine MP3-Datei um und kann das ertauschte Musikstück so oft und so lange hören, wie er möchte. Auf diese Weise können auch andere Dateien ihren Weg von Player zu Player finden – beispielsweise Filme. Der Zune kontrolliert nicht, ob sich hinter der JPG-Datei auch wirklich ein Bild verbirgt. Die Einschränkungen des Zune-Players sind derart leicht auszuhebeln, dass sich am Ende nur noch die Frage stellt, ob dies von Microsoft gebilligt oder sogar gewollt ist – denn die DRM-Einschränkungen wurden von der Musikindustrie diktiert – oder ob irgendwann ein Software-Update folgen wird, das die DRM-Lücke bei Installation schließt.

(Denise Bergfeld)

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