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Speedwochen bei Versatel: 20 Mbit/s für 50 Euro

Update: Nicht alle Bestandskunden können in den Aktionstarif wechseln: Wer noch einen NoLimit-Vertrag innerhalb der Mindeslaufzeit hat, muss warten.

28.04.2006, 14:18 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

"Speedwochen" bei Versatel: Bis Ende Juni wird bei jedem Neukunden, der sich für das 6-Mbit-Produkt zu 49,98 Euro entscheidet, die maximal an seinem Anschluss mögliche Geschwindigkeit geschaltet. Im Idealfall heißt das 20 Mbit/s Downstream und 600 kBit/s in der Gegenrichtung zum Preis des 6000er-Pakets.
Pralles Paket
Für monatlich knapp 50 Euro erhält der Versatel-Neuling einen ISDN-Anschluss mit Telefon-Flatrate für das gesamte deutsche Festnetz sowie der ADSL2(+)-Zugang mit DSL-Flatrate. Dazu packt Versatel noch die Option "fastpath plus" für schnelle Pingzeiten. Eine Bereitstellungsgebühr fällt nicht an. Darüber hinaus stellt Versatel die benötigte Hardware kostenlos zur Verfügung, berechnet für den Versand allerdings 9,90 Euro.
Die "Speedwochen" sind zunächst bis zum 30. Juni befristet. Versatel-Chef Peer Knauer will mit der Aktion der deutschen Breitband-Entwicklung auf die Sprünge helfen: "Deutschland hat in Sachen Breitband immer noch Nachholbedarf. Mit Angeboten wie den Speedwochen sorgen wir dafür, dass unsere Kunden zu äußerst attraktiven Konditionen in das ADSL2(+)-Zeitalter einsteigen können." Die jüngsten Preisbewegungen bei Mitbewerbern dürften allerdings auch eine Rolle spielen. Der Tarif flatrater 20000 kostete regulär 69,98 Euo - ohne Telefon-Flat.
Update: Wechselkonditionen
Versatel ADSL2(+) ist in Berlin und weiten Teilen Baden-Württembergs, Nordrhein-Westfalens und Schleswig-Holsteins verfügbar; zum Anschlussgebiet gehören Städte wie Bielefeld, Bochum, Dortmund, Essen, Flensburg, Freiburg, Gütersloh, Hagen, Hamm, Heilbronn, Karlsruhe, Mannheim, Münster, Paderborn, Recklinghausen und Wuppertal. Versatel realisiert ADSL2(+) auf der Infrastruktur des eigenen Netzes. Bis Ende des Jahres soll Hochgeschwindigkeitsinternet im gesamten Versatel-Netz verfügbar sein.
Der Anbieter bindet seine Kunden für 24 Monate. Wird ein Vertrag nicht rechtzeitig gekündigt, verlängert er sich automatisch um ein weiteres Jahr. DSL-Bestandskunden, deren Mindestvertragslaufzeit schon abgelaufen ist, oder reine ISDN-Kunden können ohne Probleme in den neuen Aktionstarif wechseln -- immer vorausgesetzt, das Produkt ist technisch verfügbar. Das bestätigte das Unternehmen auf Nachfrage. Doch nicht alle Kunden können wechseln.
Lesen Sie weiter auf Seite 2: Ärger bei den Wechselkonditionen Kunden mit DSL-flatrater-Verträgen innerhalb der Mindestlaufzeit können gegen eine einmalige Gebühr von 99,99 Euro in den neuen Tarif wechseln, der neue Vertrag gilt dann wieder 24 Monate. Wer noch einen "NoLimit"-Vertrag in der Mindestlaufzeit hat, guckt allerdings in die Röhre: Ihm wird das Upgrade aus "technischen Gründen" verwehrt.
Update 2: Nicht NoLimit
Die Speedwochen seien vor allem zur Gewinnung von Neukunden gedacht, erklärt der Anbieter auf Nachfrage. Versatel möchte das Angebot allerdings da, "wo es möglich ist", auch Bestandskunden zugänglich machen. Eine Sprecherin des Unternehmens bedauert, "dass wir bei einem geringen Teil unserer Kunden, insbesondere jenen mit NoLimit-Produkten, aus technischen Gründen eine Umstellung nicht vornehmen können".
Die betroffenen Kunden allerdings sind aus dem Häuschen und machen ihrem Ärger in einem inoffiziellen Kundenforum Luft. Sie fühlen sich als "Kunden 2. Klasse" und verstehen nicht, dass die von Versatel angeführten "technischen Probleme" bei anderen Kunden, deren Vertrag die Mindestlaufzeit schon überschritten hat, anscheinend keine Rolle mehr spielen.
Kunden sind sauer
Dabei hat Versatels Wechselpolitik vermutlich tatsächlich einen technischen Hintergrund, neben dem aber auch wirtschaftliche Überlegungen maßgeblich sein dürften. So ist anzunehmen, dass Kunden in jüngeren Tarifen wie "flatrater" schon weitgehend an moderner ADSL2(+)-Hardware hängen und die Migration in den neuen Tarif für Versatel deshalb kostengünstiger zu realisieren ist.
Bei Kunden mit älteren Verträgen dürfte die Schaltung eines ADSL2(+)-Anschlusses aufgrund älterer Hardware in den DSLAMs aufwändiger sein. Sie müssen sich erst mit einer kompletten Vetragslaufzeit amortisieren, bis sie in einen neuen Tarif und damit auf die neue Hardware wechseln können. Den betroffenen Kunden bleibt also nur, so lange die Zähne zusammen zu beißen.

(Volker Briegleb)

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