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Sparkassen: NFC-Chips für 45 Millionen EC-Karten

Die deutschen Sparkassen preschen im Kampf um das mobile Zahlungsmittel der Zukunft voran: Bereits ab dem Frühjahr 2012 können erste Sparkassen-Kunden laut "Focus" mit ihren mit NFC-Funkchips ausgestatteten EC-Karten bei ersten Partnern wie Edeka, Douglas und dm kontaktlos bezahlen.

12.09.2011, 16:01 Uhr
Datenverkehr© Julien Eichinger / Fotolia.com

Im Kampf um das Bezahlmittel der Zukunft preschen die im Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) zusammengeschlossenen 429 Sparkassen nun voran. Bereits ab Frühjahr kommenden Jahres will der Verbund laut einem Bericht des "Focus" neue EC-Karten mit Funkchips an ihre Kunden verteilen und damit "kontaktloses Bezahlen" ermöglichen. Künftig soll es ausreichen, die EC-Karte beispielsweise einfach in die Nähe einer Supermarktkasse zu halten, um den Kaufbetrag abbuchen zu lassen. Insgesamt sollen alle 45 Millionen EC-Karten schrittweise mit der mobilen Technik ausgestattet werden.

Start im Frühjahr 2012 mit Edeka, Douglas & dm

Der Großteil der EC-Karten soll bereits in den nächsten zwei Jahren zusätzlich einen Funkchip auf Basis der "Near Field Communication"-Technologie (NFC) erhalten. Die Aufrüstung der Karten soll die Kunden nichts kosten. "Das Prinzip ist vor allem für schnelle Bezahlvorgänge wie im Einzelhandel sehr wichtig", betont Wolfgang Adamiok, Direktor Zahlungsverkehr des DSGB. "Spätestens bis Ende 2015 hat jeder Sparkassen-Kunde eine Karte, die kontaktlos funktioniert", hatte Adamiok bereits im Juni gegenüber der "Welt am Sonntag" prophezeit.

Der Start soll im Frühjahr des nächsten Jahres zunächst mit der Supermarktkette Edeka als Partner erfolgen. Mit an Bord sollen demnach auch die Parfümeriekette Douglas sowie die "dm"-Drogerien sein. Auch bei einer großen Tankstellenkette soll laut "Focus" schon bald das kontaktlose Bezahlen möglich sein.

Funkchip mit Guthaben aufladen oder Beträge vom Girokonto abbuchen lassen

Die Kunden werden mit den neuen Karten dann die Wahl haben: Sie können den Funkchip entweder am Geldautomaten mit einem Guthaben aufladen oder aber nach einer PIN-Abfrage Beträge direkt vom Girokonto abbuchen lassen. "Bis zu einem Betrag von 20 Euro wird der Kunde keine PIN eingeben müssen", so Adamiok. Ein Feldversuch mit knapp einer Million neuer Sparkassen-Karten soll bereits Ende dieses Jahres in der Region um Hannover, Braunschweig und Wolfsburg stattfinden.

Die Sparkassen sind unter Zugzwang, denn Handyanbieter, Kreditkartenunternehmen sowie Internetkonzerne wie Google arbeiten an eigenen Lösungen. Die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica wollen mit mpass Kredit- und EC-Karten Konkurrenz machen. Google hatte im Mai den Handy-Bezahldienst Google Wallet gestartet. Auch der Kreditakartenanbieter MasterCard setzt auf kontaktloses Bezahlen und wittert darin ein großes Geschäft.

(Jörg Schamberg)

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