Security

Spam-Welle droht: 33 Millionen E-Mail-Adressen zum Kauf angeboten

33 Millionen E-Mail-Adressen werden derzeit für 800 Euro pro einer Million Adressen per Mail zum Kauf angeboten. Experten befürchten eine Zunahme von Spam-Mails. GMX warnt vor der Betrugsmasche.

12.05.2014, 16:31 Uhr (Quelle: DPA)
Internetnutzung© adam36 / Fotolia.com

Experten befürchten eine Welle von Spam-E-Mails: Einem Medienbericht zufolge bieten Unbekannte 33 Millionen E-Mail-Adressen für 800 Euro pro einer Million Adressen per Mail zum Kauf an. Die Adressen stammten von größeren Providern wie GMX, Web.de, Yahoo, Google Mail und der Telekom, berichtete der Branchendienst "Heise Security" am Montag. Gut sechs Millionen Adressen hätten eine .de-Domain von kleinereren Anbietern. Mehrere Leser hätten "Heise Security" entsprechende Mails zugespielt, hieß es.

GMX warnt vor Betrugsmasche

Anders als in dem im Januar bekanntgewordenen millionenfachen Datendiebstahl stehen demnach aber keine Passwörter zum Verkauf. Die Experten gehen davon aus, dass die Adressen für die Verbreitung von unerwünschten Werbe-Botschaften oder anderen Spam-Mails genutzt werden dürften. Im Januar waren Ermittler auf 16 Millionen geklauter Mail-Adressen samt Passwörtern gestoßen.

GMX teilte unterdessen Details zu der neuen Betrugsmasche mit E-Mail-Adressen mit. Die Hintermänner würden demnach fälschlicherweise behaupten, dass sie mehrere Millionen E-Mail-Adressen nahezu aller großen Provider besitzen. Diese seien "alle geprüft" und zu "100 Prozent gültig". Interessenten könnten sich melden. GMX warnt jedoch davor und rät dazu, entsprechende Mails mit solchen Aufforderungen zu ignorieren. Die Anbieter würden versuchen, auf kriminelle Weise Geld zu verdienen.

Mails über gehackte Rechner verschickt - Spuren führen nach Rumänien und Bulgarien

Den Empfängern der Mails drohe aktuell keine Gefahr durch das Schreiben selbst, da dieses nicht mit Malware infiziert sei. GMX empfiehlt aber, auf keinen Fall auf die Mails zu antworten. Denn durch eine Antwortmail würden die Nutzer ihre eigene E-Mail-Adresse als gültig bestätigen. Eine Spam-Flut könnte die Folge sein.

Die GMX-Sicherheitsexperten ermittelten, dass die Nachrichten, die den Betreff "Email Adressen zu verkaufen" enthielten, über die Absenderdomain "@finkel.bz" verschickt worden waren. Der Versand der Mails sei über gehackte Rechner erfolgt. Diese Rechner seien laut GMX Teile eines Botnetzes, das sich bis nach Rumänien und Bulgarien zurückverfolgen lasse. GMX will umgehend die notwenigen Sicherheitsmaßnahmen ergreifen.

(Jörg Schamberg)

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