Phishing, Malware & Co.

Spam: Das große Geschäft mit unerwünschten Werbe-Mails

Viele E-Mail-Accounts werden von Spam-Mails geflutet. Dabei handelt es sich nicht nur um nervige Werbe-Mails, auch Phishing-Attacken von Kriminellen sind darunter. Spammer können pro Tag recht viel Geld verdienen. Doch man kann sich vor Spam schützen.

Jörg Schamberg, 23.10.2018, 10:31 Uhr
Spam© Marjan Veljanoski / Fotolia.com

Jena – Beim Checken des eigenen E-Mail-Postfachs finden sich immer wieder Spam-Mails. Laut dem ESET-Sicherheitsexperten Thomas Uhlemann ist Spam nach wie vor ein großes Problem. Etwa 45 bis 50 Prozent der E-Mails seien Spam, so der Experte in einem Blog-Posting. Dies würde rund 14,5 Milliarden Spam-Mails pro Tag bedeuten. Doch warum werden solche unerwünschten Werbe-Mails überhaupt verschickt?

So viel verdient ein Spammer pro Tag

Mit Spam lässt sich offenbar reichlich Geld machen. Nach Angaben des Sicherheitsexperten würde ein durchschnittlicher Spammer rund 7.000 US-Dollar pro Tag 'verdienen'. Auf Spam-Mails werde in der Regel jedoch kaum von den Empfängern geantwortet. Im Schnitt werde von 12,5 Millionen Spam-Mails lediglich eine von einem Mail-Nutzer beantwortet. 70 bis 80 Prozent des Spam seien reine Werbe-Mails.

Ein weiterer Teil entfalle aber auf gefälschte und betrügerische Spam-Mails. Am häufigsten würden E-Mails mit dem angeblichen Absender Apple gefälscht. Besonders effektiv seien jedoch falsche Dropbox-Mails. Diese würden auf eine Öffnungs- und Klickrate von 13 Prozent kommen. Phishing-Mails täuschen eine falsche Identität vor, die kriminellen Versender wollen nur an die Zugangsdaten der Nutzer gelangen – sei es für eine Webseite oder den Online-Banking-Account.

Malware kommt per Spam-Mail auf den Rechner

Gefährlich für den eigenen Rechner oder das Smartphone ist Spam-Mail mit versteckter Malware. Wer auf Mails mit Texten wie "Vielen Dank für Ihre Bestellung, Details entnehmen Sie bitte dem Anhang!" klickt, kann sich schnell eine Schadsoftware auf sein Gerät holen. Doch wie kommen die Spammer eigentlich an die E-Mail-Adressen? Viele Adressen würden durch Datenklau weiterverbreitet. Aber auch durch angebliche Gewinnspiele, bei denen nichtsahnende Nutzer bereitwillig ihre E-Mail-Adresse angeben, gelangen Spammer an aktuelle Mail-Daten. Besonders eifrig seien Spam-Versender mit weitem Abstand in den USA – gefolgt von Russland, China und Deutschland. Der Kampf gegen Spam erzeuge weltweit Kosten im 2- bis 3-stelligen Milliardenbereich, etwa für die Entwicklung intelligenter Spamfilter oder die Anschaffung entsprechender Hardware in Unternehmen.

Tipps zum Schutz vor Spam

Spam lasse sich zwar nicht komplett besiegen, aber dennoch spürbar eindämmen. Dazu gibt ESET-Experte Uhlemann einige Tipps, die Nutzer beherzigen sollten.

  • In E-Mail-Programmen wie Outlook oder Mozilla Thunderbird sollten die integrierten Spamfilter aktiviert werden. Zusätzlich lasse sich Schutzsoftware mit eigenen E-Mail-Filtern nutzen, die ebenfalls Spam ausfindig mache.
  • Die E-Mail-Adresse ist wertvoll. Mit ihr solle man ähnlich vorsichtig umgehen wie mit Kreditkartendaten. Die eigene E-Mail-Adresse sollte daher nicht leichtfertig überall angegeben werden. Das gilt beispielsweise für diffuse Gewinnspiele.
  • Ein gesundes Misstrauen sei zudem geboten: Ist die E-Mail wirklich von dem angeblichen Absender? Wird die eigene Bank Sie per E-Mail kontaktieren und Sie zur Eingabe der Zugangsdaten auffordern? Auch sollte nicht auf Mail-Anhänge von unbekannten Absendern geklickt werden.
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