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SOPA-Protest: Blackouts und schwarze Balken

Der Widerstand gegen geplante US-Gesetze zur Kontrolle des Internets hat einen Höhepunkt erreicht: Wikipedia und Mozilla tragen Schwarz und auch Google mischt mit.

18.01.2012, 13:02 Uhr (Quelle: DPA)
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Im Internet wird gestreikt: Die englischsprachige Version des Online-Lexikons Wikipedia ist für einen Tag vom Netz gegangen und auch andere Internetgrößen wie Mozilla, Google und WordPress beteiligen sich an den Protesten gegen zwei geplante US-Gesetze, die im Kampf gegen Raubkopien im Internet auch drastische Maßnahmen wie Netzsperren vorsehen.

Das Web gegen US-Netzsperren-Gesetz

Bei Wikipedia wird anstelle der üblichen englischsprachigen Einträge eine dunkle Seite mit einer Protest-Erklärung gegen die Gesetzesinitiativen mit den Bezeichnungen SOPA (Stop Online Piracy Act) und PIPA (Protect IP Act) angezeigt. Auch einige andere Online-Dienste schlossen sich der Aktion an. Mozilla schwärzte für 12 Stunden die Standard-Startseite im Firefox-Browser und leitete bestimmte Mozilla-Webseiten zu einer Aktionsseite um. Google platzierte am Mittwoch unter seinem Suchfenster den Link zu einer Online-Petition gegen das Gesetz. Für Nutzer in den USA war das bunte Google-Logo mit einem schwarzen Viereck verdeckt. Ganz vom Netz ging auch das populäre Netzwelt-Blog "Boing Boing" und die Homepage der Blog-Plattform WordPress war voller schwarzer Blöcke mit der Aufschrift "zensiert".

Beteiligung in Deutschland

In Deutschland sah man aus Solidarität unter anderem auf der Website der Grünen schwarz. Man wehre sich gegen "Politik, die unverhältnismäßig die Grundrechte einschränkt und eine Gefahr für den Informations- und Wissensaustausch bedeutet", hieß es dort. Offline ging auch zum Beispiel das Netz-Blog Spreeblick. Die Piratenpartei kritisierte, das Gesetz würde Online-Dienste zur Überwachung ihrer Nutzer zwingen. Der Bundesvorsitzende der Piratenpartei, Sebastian Nerz, verglich die geplanten Maßnahmen in den USA mit der Netz-Zensur in China.

Der Autor des SOPA-Gesetzes, der republikanische Abgeordnete Lamar Smith, setzte demonstrativ wenige Stunden vor der Protestaktion die nächste Sitzung des von ihm angeführten Justizausschusses zu dem Thema für Februar an. Smith hatte unter dem Druck der Kritik Kompromissbereitschaft bei den Netzsperren signalisiert, das Gesetz ist aber noch lange nicht vom Tisch.

(Saskia Brintrup)

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