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Sony übernimmt alleinige Regie bei Sony Ericsson

Ericsson verkauft seinen 50-Prozent-Anteil am Mischkonzern Sony Ericsson für 1,05 Milliarden Euro an Sony.

27.10.2011, 10:01 Uhr (Quelle: DPA)
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Der japanische Sony-Konzern betreibt die Handy-Tochter Sony Ericsson künftig ohne seinen schwedischen Partner. Wie Ericsson am Donnerstag in Stockholm mitteilte, übernimmt Sony die zweite Hälfte der Anteile für 1,05 Milliarden Euro. Die Transaktion soll vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen im Januar 2012 abgeschlossen werden.

Sony will mit Smartphones angreifen

Sony will in Zukunft Smartphones in jener Produktkategorie anbieten, in der auch Tablet PCs, Fernseher und Computer verkauft werden. Wichtig auch: Sony übernimmt fünf wichtige Patent-Familien, die zukünftig auch in anderen Geräten Verwendung finden dürfen.

Ericsson begründet seinen Verkauf damit, dass sich der Fokus auf dem Mobilfunkmarkt während der vergangenen zehn Jahre von klassischen Handys hin zu Smartphones mit Internetzugang verändert habe. Die Entscheidung, sich aus der Handy-Produktion zurückzuziehen, sei ein logischer, strategischer Schritt, der die aktuellen Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf dem Mobilfunkmarkt berücksichtige. Auch künftig wolle Ericsson mit Sony als Partner zusammenarbeiten, um drahtlose Konnektivität auch plattformübergreifend zu ermöglichen.

Ericsson will die "wirklich vernetzte Welt" aufbauen

"Wir werden unseren Fokus nun darauf ausrichten, neue Verbindungsmöglichkeiten für alle Geräte zu schaffen, die auf unser umfangreiches Patent-Portfolio zugreifen - für eine wirklich vernetzte Welt", sagt Ericsson-Chef Hans Vestberg. Sonys Konzernchef Howard Stringer sagte, nach der Übernahme aller Anteile werde sein Unternehmen jetzt "schneller und umfassender Smartphones, Laptops, Tablets und Fernseher anbieten, die sich nahtlos miteinander verknüpfen können".

Sony Ericsson hatte zuletzt nur geringe Marktanteile auf dem lukrativen Markt für Smartphones. 2010 setzte das vor einem Jahrzehnt geschaffene Gemeinschaftsunternehmen 6,3 Milliarden Euro um. Mitte Oktober hatte der Mischkonzern bekannt gegeben, sich ab 2012 vom Markt der so genannten Feature Phones zu verabschieden und in Zukunft nur noch Smartphones produzieren zu wollen - vor allem auf Basis von Googles Betriebssystem Android. Schon heute machen Smartphones 80 Prozent des Umsatzes von Sony Ericsson aus, hieß es seinerzeit.

(Hayo Lücke)

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