Fernseher

Sony, LG und Samsung: Das sind die TV-Trends der CES 2021

In diesem Jahr setzen die großen TV-Hersteller vermehrt auf Mini-LEDs für eine klarere Wiedergabe und intelligente Algorithmen für ein qualitativ hochwertiges Bild und Upscaling.

Christoph Liedtke, 12.01.2021, 15:03 Uhr (Quelle: DPA)
Sony Z9JSonys neuer Bravia ZJ9 mit 8K-Auflösung nutzt den neuen kognitiven Prozessor XR mit KI-Algorithmen für ein besseres Upscaling.© Sony

Corona macht es möglich - Was in diesem Jahr bei neuen Fernsehern gut, wichtig oder verzichtbar ist, erfährt man ausgerechnet per Videostream. Pandemiebedingt findet die Technikmesse CES (Consumer Electronics Show) statt im Casino im Internet statt. Doch auch wenn der genaue Blick auf die Herstellerversprechen zunächst ausfallen muss: Das neue Modelljahr hält einige spannende technische Details für TV-Nutzerinnen und -nutzer bereit. Es wird heller, bunter, der Ton wird wandern.

Mini-LED: Mehr Leuchtpunkte für klareres Bild

Das Zauberwort heißt in diesem Jahr Mini-LED. Größer als die extrem hochpreisigen Micro-LEDs, aber kleiner als bisherige Leuchtdioden, sollen die Mini-LEDs mehr Farbe und Kontrast auf die Bildschirme bringen. Und wie soll das funktionieren? Die kleinen bunten Leuchtpunkte sind zwar nicht so hell wie bisherige LEDs, dafür gibt es viel mehr von ihnen. Das sorgt im Ergebnis für genau so viel oder gar mehr Licht und viel klarere Farbabstufungen.

Ein Beispiel: Ein besonders helles Objekt vor dunklem Hintergrund. Auf aktuellen Fernsehern strahlt meist Licht in die dunkle Fläche über - sogenanntes Blooming. Mini-LEDs sollen diesen Effekt minimieren und den in dieser Hinsicht überlegenen selbstleuchtenden OLED-Displays noch näher kommen.

Ob das in der Praxis klappt, können TV-Zuschauerinnen und -Zuschauer mit dem nötigen Budget unter anderem bei den neuen Oberklassemodellen von Samsung, LG oder TCL überprüfen. Bis die Technik in die Brot-und-Butter-Klasse kommt, wird es noch ein wenig dauern.

Die Fernseher packen das Bild noch einmal an

Fernseher sind längst nicht mehr reine Abspielgeräte, sie verfügen auch über zahlreiche Möglichkeiten zur Bildbearbeitung. Ganz neu ist das nicht, aber nun soll es noch besser werden. So etwa bei Samsung, Panasonic oder Sony. In den neuen Spitzenmodellen ihrer Bravia-Reihe lässt Sony den Fernseher auf gewisse Art mitschauen. Künstliche Intelligenz soll dann für ein optimiertes Bild sorgen.

Wenn etwa Gesichter ins Bild kommen, soll die Software sie besonders gut ausarbeiten, vor allem die Augen. Außerdem greife sie auf spezielle Datenbanken zur besseren Darstellung von Texturen wie etwa Fell oder Stein zurück. Auch dafür erkenne das System, welche Objekte oder Lebewesen in welchen Lichtverhältnissen zu sehen sind.

Dafür ist ein neuer Chip zuständig: der "kognitive Prozessor XR". Er soll auch beim Upscaling auf 8K-Auflösung helfen, also dem Hochrechnen von Bildmaterial in die native Auflösung des Fernsehers. Weil das sehr viel Rechenleistung erfordert, identifiziert der XR-Prozessor Bildbereiche, auf die Zuschauer besonders achten und die deswegen vorrangig optimiert werden.

Fortan wird die Position des Klangs analysiert

Man stelle sich vor: Eine Biene fliegt quer über den Bildschirm - und der Summton ist immer dort, wo sie gerade herumschwirrt. Samsung und Sony zum Beispiel werben bei ihren Spitzenmodellen genau damit. Sonys XR-Chip etwa analysiert die Position des Klangs im Bild, damit der Ton richtig platziert wird. Sony entwickelte bei den neuen Modellen die Technologie weiter, bei der das Display selbst als Lautsprecher-Membran dient.

Bei Samsung heißt die entsprechende Technik Object Tracking Pro, die neuen TV-Geräte können dazu auch etwa Sprache klarer ausspielen oder Störgeräusche - zum Beispiel einen laufenden Staubsauger - erkennen und den Ton anpassen. Und, so das Versprechen: Das soll nicht nur mit speziell aufbereitetem Material funktionieren, sondern mit allen Filmen und Serien.

Optimierungen für Spieler

Konsolen, Spielestreaming - der Fernseher ist längst auch Ort für etliche Stunden Videospielzeit. Und wie am PC gibt es auch hier noch diverse technische Möglichkeiten, ein kleines Stückchen schneller als die Gegenspieler zu sein. Panasonic setzt bei den neuen OLED-Modellen etwa auf einem Anzeigemodus mit dem vielsagenden Namen Game Mode Extreme. Er soll besonders schnellen Bildaufbau bieten, damit Spieler schneller reagieren können. Samsungs Game Bar bietet Spielern schnelle Konfiguration für ihre Titel und erlaubt auch die Anzeige von Ultrabreitbildformaten.

Schlaue Software und Bedienungshilfen

Vier verschiedene Filme gleichzeitig auf einem Bildschirm? Gab es in "Zurück in die Zukunft" und gibt es bald auch auf Samsungs für Normalnutzer nicht erschwinglichen Micro-LED-Geräten. Die aktuellen Modelle in bezahlbaren Regionen erhalten dafür echte Hilfen - für Menschen mit Hör- oder Sehbehinderung etwa. Die 2021er-Modelle erlauben eine Verschiebung von Untertiteln, damit nicht zentrale Bildelemente verdeckt werden. Bis 2022 wollen die Koreaner auch ihren Voice Guide verbessern. Er erleichtert sehbehinderten Menschen per Sprachführung die Bedienung ihrer Fernseher.

Bei LG gibt es in diesem Jahr eine frische Version der Fernsehsoftware webOS. Sie soll Zuschauern bessere Sehempfehlungen - basierend auf ihren Vorlieben - liefern. Dazu gibt es eine neue Fernbedienung namens Magic Remote mit mehr Schnellzugriffstasten für Streamingdienste oder Sprachassistenten. Und die Fernseher verbinden sich mehr mit anderen Ökosystemen. Sony etwa bietet nun auch Zugang zu Apples Smarthome-Lösung HomeKit an und unterstützt Bild- und Tonübertragung via Airplay2. Die Funktionen werden auch für einige Modelle von 2019 und 2020 verfügbar gemacht.

Etwas Nachhaltigkeit gibt es auch

Es ist nur ein kleiner Schritt, aber immerhin gibt es auch ein wenig Nachhaltigkeit. Samsungs neue Fernbedienung hat nun einen Akku und eine Solarzelle. Damit soll die Smart Remote auch durch Innenraumbeleuchtung geladen werden können. So sollen im Laufe des TV-Lebens etliche AAA-Batterien eingespart werden, die sonst auf dem Müll landen würden. Falls die Energiesparlampe im Wohnzimmer nicht genug Licht hergibt, lässt sich die Smart Remote auch per USB laden. Rund ein Viertel des Kunststoffs der Fernbedienung stammt übrigens aus recyceltem Plastik.

Und noch ein Schrittchen: Samsungs TV-Verpackungen sind künftig nicht mehr bunt bedruckt und beklebt, sondern aus brauner Pappe mit weißen Textdruck aus Ökotinte. Per Schnittmuster lassen sich die Kartons von bastelwilligen Käufern zu Pappmöbel oder Spielgeräten umbauen, statt im Keller oder in der Tonne zu landen.

Und was fehlt noch?

Samsungs modulare Fernseher sind nach wie vor ein absolutes Nischenprodukt - und werden es nach Unternehmensangaben zumindest in diesem Jahr auch noch bleiben. Die 2020 in Las Vegas vorgestellten TV-Kacheln zum Zusammensetzen bleiben vorerst Spezialanfertigungen. Doch immerhin: Für das nötige Kleingeld - fünfstellige Beträge, so sagt man - gibt es noch in diesem Jahr Micro-LED-Fernseher in 110 und 90 Zoll Größe - kleinere sollen folgen. Wegen seiner Größe wird der 110-Zoll-Schirm übrigens zusammengeklappt geliefert.

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