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Sony Ericsson streicht erneut 2.000 Stellen

Der Handyhersteller will damit 400 Millionen Euro pro Jahr einsparen. Im ersten Quartal machte Sony Ericsson einen Nettoverlust von 293 Millionen Euro, der Marktanteil fiel auf sechs Prozent.

17.04.2009, 11:50 Uhr (Quelle: DPA)
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Der Handyhersteller Sony Ericsson streicht nach einem dramatischen Absatzeinbruch und roten Zahlen zu Jahresbeginn weitere 2.000 Stellen. Damit sollten 400 Millionen Euro pro Jahr eingespart werden, teilte das Gemeinschaftsunternehmen des japanischen Elektronikkonzerns Sony und des schwedischen Telekomausrüsters Ericsson am Freitag in London mit. "Wir passen unser Geschäft den neuen Marktrealitäten an, um das Unternehmen so schnell wie möglich wieder profitabel zu machen", sagte Unternehmenschef Dick Komiyama. Im ersten Quartal 2009 verbuchte das Unternehmen millionenschwere Verluste.
2009: Handy-Verkäufe sinken
Sony Ericsson hat zuvor zwei Sparprogramme über insgesamt 480 Millionen Euro aufgelegt. In diesem Zuge sind bereits 2.000 Mitarbeiter von Sony Ericsson gegangen. Die weltweite Wirtschaftskrise hat das Unternehmen besonders hart getroffen, weil das Unternehmen ausschließlich mittel- bis hochpreisige Geräte anbietet. Gefragt seien derzeit Billig-Handys, sagte Vertriebschef Anders Runevad. Einen Einstieg in das Segment schloss das Unternehmen aber aus. Sony Ericsson schätzt, dass die branchenweiten Handy-Verkäufe in diesem Jahr um mindestens zehn Prozent unter den 1,19 Milliarden des Vorjahres liegen werden. Bislang hatte das Unternehmen nur ein halb so großes Abrutschen erwartet.
Verlust im ersten Quartal
Im ersten Quartal brach der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 2,70 auf 1,74 Milliarden Euro ein. Das führte zu einem Verlust vor Steuern von 370 Millionen Euro nach einem Gewinn von 193 Millionen Euro im Vorjahr. Ein Minus in dieser Größenordnung hatte Sony Ericsson bereits vor vier Wochen vorhergesagt. Unter dem Strich verschlechterte sich das Nettoergebnis von plus 133 auf minus 293 Millionen Euro. Runevad sagte, er könne noch keine Trendwende ausmachen. "Wir brauchen noch ein bisschen Zeit, um klar zu sehen." Bereits am Vortag hatte Branchenprimus Nokia katastrophale Zahlen für den Jahresauftakt vermeldet, aber gleichzeitig die Hoffnung auf ein Ende der Talfahrt geweckt.
Sony Ericsson setzte im ersten Quartal nur noch 14,5 Millionen Mobiltelefone ab - ein Jahr zuvor waren es noch 22,3 Millionen. Der durchschnittliche Verkaufspreis hielt sich dagegen annähernd stabil bei 120 Euro. Der Marktanteil fiel binnen drei Monaten von rund acht auf etwa sechs Prozent.
Bereits im Schlussquartal des vergangenen Jahres war der Absatz trotz des Weihnachtsgeschäfts um ein Fünftel zurückgegangen. Tiefrote Zahlen für Sony Ericsson waren herausgekommen. Das lag nicht zuletzt an den Kosten für die Stellenstreichungen. Die ersten beiden Sparrunden kosteten insgesamt 300 Millionen Euro, die neue Runde schlage mit 200 Millionen Euro zu Buche.

(Jörg Schamberg)

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