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Software 2009: Windows 7 bricht Amazon-Rekord

Das Softwarejahr 2009 wurde insbesondere durch zwei Themen bestimmt: Windows 7 und Cloud Computing.

30.12.2009, 08:31 Uhr
Amazon© Amazon

Im Bereich der Computer-Software war der Release von Windows 7 das mitunter wichtigste Ereignis in diesem Jahr: Das ungeliebte Windows Vista hatte seinen langerwarteten Nachfolger gefunden. Für Vista haben die Entwickler von Microsoft viel Kritik geerntet. Vielen Nutzern erschien Vista träge und behäbig, mangelnde Stabilität und anfängliche Treiberprobleme verfestigten den schlechten Ruf.
Microsofts Marketing-Masche
Doch die Redmonder Software-Schmiede hat aus ihren Fehlern gelernt und – was Betriebssysteme betrifft – ein ordentliches Comeback hingelegt. Bereits nach Veröffentlichung des Windows 7 Release Candidate (RC) war klar, dass Microsoft sich die Kritikpunkte von Vista zu Herzen genommen hat. Windows 7 wirkt schlanker, aufgeräumter und an vielen Stellen auch ausgereifter. Allerdings macht ein gutes Produkt noch keinen Verkaufsschlager, die Werbung spielt eine wichtige Rolle. Auch hier hat Microsoft ein geschicktes Händchen bewiesen: Mit der Veröffentlichung des RC konnte praktisch jeder kostenlos ein fast fertiges Windows 7 über Monate hinweg nutzen. Als dann Windows 7 in den Läden stand, kam für viele ein Abstieg auf Vista oder XP nicht mehr in Frage.
Windows 7 beliebter als Harry Potter
Zugleich hat Microsoft die wahrscheinlich größte Vorbestellungs-Aktion der Geschichte ins Leben gerufen und sogar den Rekord eines bekannten Zauberlehrlings gebrochen. Schnellentschlossene konnten Windows 7 innerhalb eines Monats für schlappe 49,95 Euro erwerben, die Bestellserver der Händler gingen aufgrund der zahlreichen Anfragen gleich reihenweise in die Knie. Die Bestände waren innerhalb von Minuten verkauft. Kein Wunder, das Betriebssystem kostet regulär 119,95 Euro.
Cloud Computing für Privatanwender
Der Trend zu kompakten und mobilen PC-Systemen schlägt sich auch in der Software-Entwicklung nieder. Für den Privatanwender heißt das neue Zauberwort "Cloud Computing". Die eigentlichen Anwendungen wie zum Beispiel Office- oder Bildbearbeitungsprogramme liegen auf einem leistungsstarken Server, der eigene Computer fungiert nur als Client.
Der Vorteil: Selbst auf relativ schwachen Rechnern können aufwendige Programme laufen, die Hauptlast der Rechenarbeit übernimmt der Cloud-Server. Selbstverständlich kann so ein Server auch als Online-Speicher dienen, riesige Festplatten werden so überflüssig. Allerdings haben viele Nutzer nicht zu Unrecht Bedenken, was die Sicherheit ihrer Daten betrifft.
Ausblick auf 2010: das Google OS kommt
Besonders Google zeigt Interesse an den Möglichkeiten des Cloud-Computing: Das neue Betriebssystem Chromium (Chrome OS) basiert vollständig auf der Cloud-Technologie. Für die Spiele-Industrie erschließt sich mit Cloud-Computing eine weitaus größere Zielgruppe. Mit dem Dienst OnLive, der das Spielen von aufwendigen Games auf schwachen Rechnern ermöglichen soll, befindet sich ein Anbieter bereits in der Beta-Phase.

(Marcel Petritz)

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