Sicherheit

So unvorsichtig sind die Deutschen beim Online-Banking

Viele Deutsche vernachlässigen beim Online-Banking die Sicherheit, so das Ergebnis einer Umfrage. Sie erledigen ihre Bankgeschäfte in öffentlichen WLANs, geben ihre Zugangsdaten weiter oder nutzen Geräte anderer.

Mobile Banking© georgejmclittle / Fotolia.com

Berlin – Die Online-Überweisung oder die Abfrage des Kontostands per Smartphone gehört für die große Mehrheit der Bankkunden längst zum Alltag – aber viele vernachlässigen dabei die Sicherheit. So sagen drei Viertel (72 Prozent) der Online-Banking-Nutzer, dass sie beim Online-Banking darauf achten, dass niemand auf den Bildschirm schauen kann – aber jeder Vierte (25 Prozent) kümmert sich nicht darum.

Online-Banking im öffentlichen WLAN

Jeder Zweite (49 Prozent) nutzt Online-Banking zumindest hin und wieder über öffentliches WLAN, etwa auf Flughäfen oder in Cafés. Und 4 von 10 (41 Prozent) erledigen Online-Bank-Geschäfte auch mal mit fremden Geräten, etwa auf der Arbeit oder bei Freunden. Jeder Fünfte (19 Prozent) hat seine Zugangsdaten für das Online-Banking ein- oder mehrmals an Dritte wie Familienmitglieder oder Freunde weitergegeben. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 702 Online-Banking-Nutzern in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Bitkom warnt: Zugangsdaten nicht weitergeben

Julian Grigo, Banking-Experte des Bitkom: "Die eigenen Zugangsdaten sollte man vor Dritten schützen und nie weitergeben. Man sollte sie auch nicht auf Geräten eingeben, bei denen man nicht sicher sein kann, ob dort Schadsoftware wie Keylogger installiert sind, die jeden Tastendruck aufzeichnen. Wer zudem Online-Banking über fremdes WLAN machen will oder muss, der sollte einen sogenannten VPN-Dienst nutzen, bei dem der Datenverkehr verschlüsselt und vor fremden Augen geschützt wird."

Immerhin 4 von 10 Online-Banking-Nutzer (40 Prozent) geben an, regelmäßig mindestens alle sechs Monate ihre Zugangsdaten zum Online-Banking wie PIN oder Passwort zu ändern. Und ähnlich viele (37 Prozent) achten darauf, dass auf den Geräten, die sie für Online-Banking nutzen, immer die aktuellste Betriebssystem-Version oder aktuelle Virenschutz-Programme installiert sind.

Sicheres Banking durch Technik und Achtsamkeit

"Grundsätzlich sorgen die Banken und Sparkassen für ein Höchstmaß an Sicherheit beim Online-Banking. Um zum Beispiel beim Online-Banking Transaktionen auszuführen und etwa Geld auf ein fremdes Konto zu überweisen, benötigen Cyberkriminelle nicht nur die Zugangsdaten, sondern müssen sich zudem Zugriff auf das sogenannte zweite Sicherheitsmerkmal wie die TAN-App auf dem Smartphone verschaffen", so Grigo. "Technischer Schutz kann persönliche Achtsamkeit aber nicht ersetzen. So wie man keinen Überweisungsschein blanko und unterschrieben rumliegen lassen würde, so sollte man sich auch beim Online-Banking vorsichtig und vernünftig verhalten."

Melanie Zecher / Quelle: DPA

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