Großprojekt

So rüstet sich Telefónica fürs Oktoberfest

Rund 600.000 Besucher werden täglich auf dem Oktoberfest in München erwartet. Die Mobilfunkversorgung des Festgeländes ist für Netzbetreiber Telefónica eine Aufgabe, mit deren Planung schon direkt im Anschluss an die Veranstaltung wieder begonnen wird.

München© magann / Fotolia.com

München – Ab dem 22. September findet in München das diesjährige Oktoberfest statt. Telefónica sorgt daher auch in diesem Jahr für die Mobilfunkversorgung auf dem Gelände. Inzwischen reiche die aufgebaute Netz-Kapazität auf der Wiesn aus, um damit eine mittlere Großstadt mit rund 100.000 Einwohnern versorgen zu können.

So plant Telefónica fürs Oktoberfest

Im Oktober, unmittelbar zum Ende des Oktoberfests, analysieren und bewerten die Ingenieure und Techniker von Telefónica die Auslastung der einzelnen Mobilfunkanlagen auf dem Gelände. An welchen Anlagen und zu welcher Zeit war die Auslastung am höchsten? Wie viele Minuten wurde telefoniert und wie viel Datenverkehr ist über die Anlagen geflossen? Welchen Anteil daran hatte das UMTS- und welchen das LTE-Netz?

Mit der Auswertung beginnt die Planung für das kommende Jahr. Da von Jahr zu Jahr die erforderliche Netzkapazität und damit die Anzahl der benötigten Mobilfunkanlagen steigt, müssen die erforderlichen Sender-Standorte frühzeitig gesucht und angemietet werden, erklärt das Unternehmen. Hinzu kommt, dass die Mobilfunkanlagen auf dem weitläufigen Festgelände im Gegensatz zur herkömmlichen Netzplanung in einer Großstadtversorgung nur für wenige Tage benötigt werden.

In den Sommermonaten wird das Netz dann aufgebaut: Schaltschränke, Antennen und Mobilfunkmasten sowie viele Kilometer Kabel werden angeliefert und montiert. Die Integration in das bestehende Mobilfunk-Netz der Stadt München erfolgt schrittweise. Anschließend wird jede Anlage eingestellt und vermessen. Nach dem Fest erfolgen der Rückbau und die Wiederherstellung der umliegenden Netzstruktur.

Telefónica stockt Kapazitäten auf

Für täglich die rund 600.000 Besucher hat Telefónica in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr seine Netzkapazitäten weiter erhöht: Insgesamt wird das 42 Hektar große Gelände von 17 Sende- und Empfangsstandorten versorgt, davon sieben Festzelte und zehn Funkmasten. Über eine eigene O2-Mobilfunkversorgung verfügen die großen Festzelte Schottenhamel, Hacker, Hofbräu, Paulaner Winzerer Fähndl, Armbrustschützen, Löwenbräu sowie die Käfer Wiesn-Schänke.

Jede Menge Infrastruktur

Insgesamt sorgen 42 LTE-Anlagen, 48 UMTS- und 6 GSM-Anlagen für eine Abdeckung des Festgeländes. Während LTE auf den drei Frequenzbändern 800, 1800 und 2600 MHz arbeitet, stellt jede UMTS-Anlage im 2100 MHz-Frequenzband die maximale Kapazität über je sechs breitbandige 5 MHz-Kanäle (in Summe 30 MHz) bereit. Im Vorjahr übertrug Telefónica insgesamt rund 40.000 Gigabyte, in diesem Jahr wird eine weitere Steigerung um bis zu 20 Prozent erwartet.

Damit die Daten vom Gelände in das Telefónica-Netz und von dort ins Internet und andere Kommunikationsnetze gelangen können, sind sämtliche Mobilfunkanlagen auf der Wiesn per Glasfaser verbunden. Die im Boden verlegte Glasfaser verfügt über eine Kapazität von 10 Gbit/s.

Melanie Zecher

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