News

Snowden: Russland lässt USA auflaufen - "kein akuter Handlungsbedarf"

Die russische Regierung sieht aktuell keine Notwendigkeit, den USA bei der Ergreifung von Edward Snowden Hilfe zu leisten. Dieser sei rechtlich gesehen nicht in Russland eingereist.

30.06.2013, 15:01 Uhr (Quelle: DPA)
Internet© rajareddy / Fotolia.com

Im Fall des nach Moskau geflüchteten Informanten Edward Snowden sieht der Kreml trotz wiederholter Aufforderungen aus den USA keinen akuten Handlungsbedarf. "De jure ist Snowden nicht nach Russland eingereist, er hat die Grenze nicht überquert", sagte der Sprecher von Präsident Wladimir Putin, Dmitri Peskow, am Sonntag dem Radiosender Echo Moskwy.

"Schlag für die US-Demokratie"

Putin beschäftige sich nicht mit dem Schicksal des 30-Jährigen, der seit einer Woche im Transitbereich des Flughafens Scheremetjewo festsitzt, behauptete Peskow. Der Präsident gehe davon aus, dass sich die Geheimdienste darum kümmern. Mit Spannung wurde in Russland die Ankunft von Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro erwartet, der an diesem Montag an einer Energie-Konferenz teilnimmt. Maduro hatte gesagt, sein Land werde Snowden bei einer Anfrage "fast sicher" politisches Asyl gewähren.

Ein führender russischer Außenpolitiker bezeichnete die Überwachung Deutschlands und der EU durch den US-Geheimdienst NSA als "Schlag für die US-Demokratie". "Der nächste Skandal: Die USA hören auch ihre Verbündeten in der Nato ab", schrieb Alexej Puschkow, Chef des Auswärtigen Ausschusses der Staatsduma in Moskau, bei Twitter. Der Lauschangriff geht aus geheimen Dokumenten hervor, die der von den USA gejagte Snowden mitgenommen hatte.

(Christian Wolf)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang