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Snowden: Hatte Enthüllungen über Spionage von Anfang an geplant

Seinen Enthüllungen hat Snowden von langer Hand vorbereitet: Nur um die Spähaktionen der USA im Internet aufzudecken, nahm der 30-jährige nach eigenen Angaben den Job für den US-Geheimdienst auf. Derweil fordern mehr als 116.000 Menschen per Petition eine sofortige und vollständige Straffreiheit für den "Nationalhelden".

25.06.2013, 08:46 Uhr (Quelle: DPA)
Datenübertragung© envfx / Fotolia.com

Der US-Informant Edward Snowden hat sich nach eigenen Angaben von vornherein in den US-Geheimdienst eingeschleust, um dessen Schnüffeleien im Internet aufzudecken. Allein aus diesem Grund habe er den Job als IT-Techniker bei der Beratungsfirma Booz Allen Hamilton angenommen, die im Auftrag des US-Geheimdienstes NSA an der Internet-Überwachung beteiligt war, zitierte ihn die Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" vom Dienstag aus einem früheren Interview. Seine Arbeit habe ihm Zugang zu Listen mit gehackten Computern in der ganzen Welt verschafft. "Deswegen habe ich die Position vor rund drei Monaten angenommen."

Weitere Enthüllungen geplant

Wie aus dem Interview mit Snowden hervorgeht, hatte er schon lange vorgehabt, die Schnüffeleien der USA im Internet aufzudecken. Auf Nachfrage, ob er speziell den Job bei Booz Allen Hamilton angenommen habe, um Material dafür zu sammeln, antwortete Snowden: "Korrekt." In seiner Arbeit als Computer-Administrator habe er große Mengen an geheimen Informationen gesammelt. Nach Angaben der Zeitung, die nach und nach Teile ihres Interviews vom 12. Juni veröffentlicht, will der 30-Jährige weitere Enthüllungen über die Schnüffeleien der USA machen. Vorher wolle er das Material aber noch weiter sichten.

Nach heftiger Kritik aus den USA verteidigte die Regierung von Hongkong ihre Entscheidung, den 30-Jährigen am Sonntag trotz eines US-Antrags auf Festnahme ziehen zu lassen. Regierungschef Leung Chun-ying verwies auf unzureichende Informationen der USA über die Vorwürfe und andere Formfehler, gegen die Snowden hätte Einspruch einlegen können. Die Einwanderungsbehörde teilte ferner mit, keine Mitteilung der US-Regierung erhalten zu haben, dass sein Reisepass für ungültig erklärt worden sei.

Bei seinem Aufenthalt in Hongkong war Snowden von dem Anwalt und oppositionellen demokratischen Abgeordneten Albert Ho beraten worden. Über Mittelsmänner sei Kontakt zur Regierung der chinesischen Sonderverwaltungsregion unterhalten worden, berichteten die "South China Morning Post" und die "New York Times". Snowden sei am Freitag signalisiert worden, dass er bei einer Ausreise nicht aufgehalten werde, doch sei der 30-Jährige misstrauisch gewesen und habe um zusätzliche Versicherungen gebeten. Mit dem wachsenden Druck habe sich Snowden am Sonntagmorgen entschieden, nach Moskau zu fliegen.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks, die Snowden auf der Flucht unterstützt, teilte mit, dass sich dieser "auf einer sicheren Route" nach Ecuador befinde und von Diplomaten und Rechtsberatern von Wikileaks begleitet werde. Ecuador gewährt bereits Wikileaks-Gründer Julian Assange politisches Asyl. Seine Enthüllungsplattform hatte diplomatische Geheimdokumente über die Rolle der USA in den Kriegen im Irak und in Afghanistan veröffentlicht. Assange sitzt seit über einem Jahr in der ecuadorianischen Botschaft in London fest. Auch er befürchtet, an die USA ausgeliefert zu werden.

Mehr als 116.000 Menschen fordern Straffreiheit für Snowden

Währenddessen haben bis zum Dienstag mehr als als 116.000 Menschen auf der Internetseite des Weißen Hauses eine Petition unterstützt, die eine sofortige und vollständige Straffreiheit für Snowden fordert. Damit sind die Anforderungen für eine offizielle Antwort erfüllt. Die Straffreiheit solle für alle Verbrechen im Zusammenhang mit den Enthüllungen gelten, die Snowden "tatsächlich oder möglicherweise begangen hat".

(Saskia Brintrup)

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