In Litauen

"Smombies" bekommen Sonderspur

In Litauen ist das Benutzen des Handys im Straßenverkehr für Fußgänger verboten. Sogenannte "Smombies" haben nun ihren eigenen Gehweg bekommen.

Marcel Petritz, 08.10.2018, 10:15 Uhr (Quelle: DPA)
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Vilnius - Fußwege nur für Smartphone-Gucker - das ist keine Zukunfts-Vision, sondern in einigen Städten schon Realität. Die chinesische Millionenmetropole Chongqing hat seit 2014 einen solchen Weg, Antwerpen zog wenig später nach. Nun gibt es in der litauischen Hauptstadt Vilnius einen 300 Meter langen Gehweg, auf dem "Smombies" (Smartphone-Zombies) in Ruhe beim Laufen auf den Bildschirm schauen können, ohne andere zu gefährden. Aufgemalte weiße Pfeile weisen den Handynutzern mit dem gesenkten Blick die Richtung.

Handy-Fußweg für 550.000 Einwohner

"Vilnius ist eine wahre Technologiestadt", sagt Bürgermeister Remigijus Simasius. Mit dem Handy-Fußweg will das Oberhaupt der rund 550.000 Einwohner zählenden Stadt die Bedeutung von Programmierern im Alltag hervorheben. Auch soll damit für den IT-Sektor in Vilnius geworben werden - auch mit dem Ziel, Fachkräfte anzulocken.

Die litauische Regierung hat zudem Anfang Oktober eine neue Verordnung erlassen, die Fußgängern verbietet, ihr Telefon zu nutzen, wenn sie eine Straße überqueren.

Smartphone als drittes großes Unfallrisiko

Der Auto Club Europa (ACE), zweitgrößter Autoclub Deutschlands, zählt die Ablenkung durch das Smartphone als drittes großes Unfallrisiko im Verkehr - neben Alkohol am Steuer und überhöhter Geschwindigkeit. Fußgänger seien zum Teil so unkonzentriert, dass sie Autos und sogar Straßenbahnen übersähen oder das Rot an der Ampel missachteten, teilte der ACE im vergangenen Jahr mit.

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