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Smartwatch statt Spickzettel: Unis schlagen Alarm

An der City University London geben Studenten vor der Prüfung ihre Armbanduhren ab. Der Grund: Es könnten in Wahrheit Smartwatches sein - und mit diesen kann man offenbar trefflich "pfuschen". Auch andere Institute ziehen jetzt die Notbremse.

09.02.2015, 16:22 Uhr
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Viele Konzerne verbieten seit Jahren das Mitbringen von Kameras auf Firmengelände, um Spionage vorzubeugen - und stehen im Smartphone-Zeitalter vor dem Problem, dass nahezu jeder Besucher mit Handy und integrierter Kamera das Gelände betritt. Ein ähnliches Problem bahnt sich bei Schul- und Universitäts-Prüfungen an: Da Smartwatches immer mehr den normalen Uhren gleichen, verlangt die City University of London nun von Prüflingen, alle Armbanduhren vor den Tests abzugeben.

App funktioniert wie ein Telefon-Joker

Der Grund: Mit Smartwatches lässt sich hervorragend pfuschen - und das könne das Korrekturgremium nicht dulden, heißt es in Medienberichten, unter anderem beim Blog Mobilegeek.

Schließlich könne das Aufsichtspersonal nicht bei über 100 Teilnehmern jede einzelne Uhr auf ihre Unbedenklichkeit untersuchen, so die Argumentation. Man habe im Gegenzug mehr Wanduhren angebracht und stelle den Studenten auch neutrale Aufstell-Uhren zur Verfügung.

Als bloße Hysterie technikferner Lehrer und Dozenten kann man das Vorgehen wohl nicht bezeichnen. Eine im Auftrag der Michigan University ausgeführte Studie hat gezeigt, dass Prüflinge beispielsweise mit der App "ConTest" mit anderen Studenten über das richtige Ergebnis von Multiple-Choice-Fragen abstimmen kann - ähnlich wie beim Telefon- oder Publikums-"Joker" in einschlägigen Quiz-TV-Sendungen.

"ConTest" läuft auch auf der inzwischen auch in Deutschland erhältlichen Smartwatch "Pebble" Mit rund 130 Euro passt sie durchaus ins Budget einer spendablen Oma oder eines Studenten aus vermögendem Hause. Offenbar erwägen daher auch weitere Bildungseinrichtungen, das Uhrentragen bei Prüfungen zu verbieten. Der Protest bei Schülern und Studenten könnte sich im Rahmen halten: Vor dem Betreten eines Flugzeugs werden Uhren ebenfalls als potentiell gefährlich überprüft - hier allerdings eher aufgrund ihres Metallanteils.

(Dorothee Monreal)

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