Unter Druck

"Smartwatch-Krieg": Schweizer Uhren gegen Apple Watch

Die Apple Watch setzt die Schweizer Uhrenindustrie gehörig unter Druck. Während immer mehr Smartwatches verkauft werden, gehen die Verkäufe bei den klassischen Uhren zurück. Bei den Umsätzen dürften die Schweizer aber noch die Nase vorn haben.

Melanie Zecher, 06.02.2020, 12:58 Uhr (Quelle: DPA)
Apple Watch Series 5© Apple Inc.

Die Apple Watch macht der Uhrenindustrie in der Schweiz immer mehr zu schaffen. Nach einem Report der britischen Beratungsfirma Strategy Analytics verkaufte die gesamte Schweizer Uhrenbranche 2019 nur noch 21,1 Millionen Armbanduhren, 13 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Absatz der Apple Watch sei im vergangenen Jahr dagegen um 36 Prozent auf 30,7 Millionen Stück gewachsen.

Digitale Uhren sprechen Jüngere an

"Traditionelle Schweizer Uhrenhersteller wie Swatch und Tissot verlieren den Smartwatch-Krieg", heißt es in einem Blog-Eintrag von Strategy Analytics. Die Apple Watch liefere "ein besseres Produkt über tief verzweigte Einzelhandelskanäle" und spreche jüngere Verbraucher an, die zunehmend digitale Armbanduhren wünschten. Die Zeitspanne, in der Schweizer Uhrenmarken bei den Smartwatches einen Eindruck hinterlassen könnten, laufe ab. "Die Zeit könnte für Swatch, Tissot, TAG Heuer und andere knapp werden."

Schweizer Luxusuhren sorgen für Umsatz

Bei den Umsätzen dürfte die Schweiz gegenüber Apple die Nase noch deutlich vorne haben, weil hochpreisige Luxusuhren sich derzeit weltweit gut verkaufen. 2018 exportierten die Schweizer Uhren im Wert von umgerechnet 19,8 Milliarden Euro. Der offizielle Wert für 2019 liegt noch nicht vor, dürfte aber nach Schätzungen die 20-Milliarden-Euro-Schwelle überschreiten.

Unter den Exportnationen liegt die Schweiz bei klassischen Uhren damit weltweit unangefochten an der Spitze. Auf Platz zwei liegt nach einer Übersicht des Verbandes der Schweizerischen Uhrenindustrie FH Hongkong mit umgerechnet 7,7 Milliarden Euro vor China (4,4 Mrd. Euro) Frankreich (2,7 Mrd.) und Deutschland (1,8 Mrd).

Apple beherrscht den Smartwatch-Markt

Apple hat 2019 in der "Wearables"-Sparte einen Umsatz von umgerechnet 24,7 Milliarden Euro erzielt. Zu diesem Geschäftsbereich gehören aber auch andere Produkte wie die populären AirPods-Ohrhörer und die HomePod-Lautsprecher.

Im Vergleich zum Smartphonemarkt ist die Position von Apple bei den Smartwatches viel stärker. Zuletzt lag Apple nach Berechnungen von Strategy Analytics bei 47,9 Prozent des Absatzes, gefolgt von Samsung (13,4 Prozent) und Fitbit (11,3 Prozent) das inzwischen zu Google gehört.

Swatch und der Schweizer Uhrenmarkt

Von den Umwälzungen in der Uhrenindustrie ist vor allem die Swatch Group betroffen. Zu dem Konzern gehören Luxusmarken wie Breguet, Blancpain, und Omega, aber auch Marken, die sich an Publikum mit weniger Kaufkraft richten wie Tissot, Calvin Klein, Swatch und Flik Flak. Das Einstiegssegment, das Uhren zum Ladenpreis von bis zu 500 Franken und zum Exportpreis von bis 200 Franken umfasst, macht nach einem Bericht von Watson.ch gemessen an den Stückzahlen 56 Prozent am Exportvolumen aus. Am Gesamtwert in Franken hält dieses Segment aber lediglich einen Anteil von 4,1 Prozent.

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