News

Smartphone-Diebstahl eindämmen: Hersteller zur Mithilfe aufgerufen

Der Generalstaatsanwalt von New York, Eric Schneiderman, hat Briefe an Apple, Motorola, Microsoft und Samsung geschrieben, um das Problem mit den zunehmenden Handy-Diebstählen in den Griff zu bekommen.

15.05.2013, 09:01 Uhr
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Teure Smartphones - ein begehrtes Diebesgut. In den USA kämpfen die Gesetzeshüter bereits mit Undercover-Spezialeinheiten gegen iPhone-Diebe in Washington D.C., San Francisco und New York. Und New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg sah im Dezember einen Zusammenhang zwischen der gestiegenen Kriminalitätsrate und zahlreichen Diebstählen von iPads und iPhones. Der Generalstaatsanwalt von New York, Eric Schneiderman, fordert nun Mithilfe seitens der Hersteller: In Briefen fragt er die größten Smartphone-Anbieter des Landes nach ihren Vorkehrungen zum Schutz der Handy-Besitzer. Das berichtet die "New York Times".

Briefe an Apple, Motorola, Microsoft und Samsung

Aus der auf der Website von Schneiderman bereitgestellten Mitteilung geht hervor, dass die Briefe am Montag an Apple, Google beziehungsweise Motorola, Microsoft und Samsung verschickt wurden. Die vier Unternehmen teilen in den USA 90 Prozent des Marktes unter sich auf. Sie sollen nun ihre Bemühungen zur Kundensicherheit offenlegen und werden dazu aufgerufen, mit dem Büro des Generalstaatsanwalts zusammenzuarbeiten, um nach Lösungen für das "Apple Picking" genannte Diebstahlproblem zu suchen.

Frage an die Hersteller: Finanzielle Vorteile durch Kauf von Ersatzgeräten?

Schneiderman möchte den finanziellen Anreiz für die Diebe minimieren. Derzeit verkauften diese ihre erbeuteten Smartphones nach einem Refresh für mehrere Hundert Dollar einfach auf dem Schwarzmarkt weiter. "Die Unternehmen, die diesen Industriezweig dominieren, tragen gegenüber ihren Kunden eine Mitverantwortung", sagt Schneiderman. "Dies ist eine Multi-Milliarden-Dollar-Industrie, die einige der beliebtesten und technisch fortschrittlichsten Endkundengeräte der Welt produziert. Sicher können wir zusammenarbeiten, um eine Lösung zu finden, die zu einem Rückgang der gewalttätigen Kriminalität auf den Straßen gegen die Nutzer führt." Gefragt ist eine Technik, die die Smartphones im Falle eines Diebstahls außer Funktion setzt, wie aus den einzelnen Schreiben ersichtlich ist. Lookout, Anbieter von mobilen Sicherheitslösungen, der bereits mit der Deutschen Telekom an einer Lookout-App arbeitet, habe bereits einer Beratung zugestimmt.

In den Briefen werden auch Informationen über finanzielle Auswirkungen bei den Herstellern ersucht: Konkret möchte Schneiderman wissen, ob die Unternehmen einen finanziellen Vorteil dadurch spüren, dass betroffene Nutzer weiteres Geld in Ersatzgeräte für gestohlene Smartphones stecken müssen.

In New York City seien zwischen dem 1. Januar und dem 23. September vergangenen Jahres laut NYPD insgesamt 11.447 iOS-Geräte gestohlen worden, 3.280 Stück mehr als 2011. Apple-Produkte machten etwa 30 Prozent der in den Subway-Bahnen und Bussen entwendeten Geräte aus.

Die Federal Communications Commission (FCC) und die Mobilfunkindustrie in den USA planen bereits seit einem Jahr eine zentrale Datenbank, um gestohlene Smartphones aufzuspüren und ihren weiteren Einsatz zu verhindern.

(Saskia Brintrup)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang